Wer freundlich will, muss ficken sein – oder: Ficken für den Weltfrieden

Diese gern gelesene Verballhornung eines platten Swingermottos hat einen Sinn.  Zwar denke ich nicht, schon Kriege verhindert zu haben, aber den einen oder anderen Ehe- oder Familienkrach habe ich sicher schon im Keim erstickt, weil Männer entspannter nach Hause gingen, wenn sie ein Stelldichein mit mir hatten. So manches Mal habe ich diversen Männern nach einem belastenden Arbeitstag beim Stressabbau geholfen. „Luderliederlich, ich brauche jetzt ’nen Wutfick. Bist du zuhause?“ schrieb mein Freund A. mal per Whatsapp. Eine Stunde später bekam er noch einen Kaffee, rauchte auf dem Sofa eine Zigarette mit mir und plauderte über die geplante Hochzeit im nächsten Jahr. Das funktioniert auch, wenn sie Single sind, ansonsten zufrieden im Leben und mich nicht dafür bezahlen. Ich hatte schon Männer in meinem Schlafzimmer, die mir vor dem Date unmissverständlich klar machten, wie ich sie zu erwarten hatte, wenn sie die angelehnte Wohnungstür öffneten, dann hinter sich schlossen und vom Flur in den nächsten Raum wechselten. Männer, die ohne Gnade ihre Lust an mir befriedigten, mein Bett durch den Rückstoß einen Meter von der Wand entfernten, mir den Rat gaben, doch besser einen Knebel zu besorgen, damit der Nachbar unter mir nicht immer an die Wand wummert und es mir (und damit sich) besorgten, wie wir es brauchten. Männer, die anschließend kuschelig wurden, streichelten und friedlich über Gott und die Welt sinnierten. Friedlich! Ja, sie verändern sich, auch die Drecksäue, wenn sie sich entladen haben. Sie schütten mit ihrem Schweiß und vielleicht auch mit dem Sperma überschüssige Hormone aus und sind eine Weile mit sich eins. Im Einklang mit sich, dem Sein, der Welt. Es geht ihnen gut, und dazu trage ich bei. Nicht nur mit einer nimmersatten Lust und der Zurverfügungstellung meines willigen, weiblichen Körpers, sondern auch mit meiner Akzeptanz, meiner Wertschätzung ihrer Person, mit unkomplizierter Hingabe und dem Spaß an der Sache. Manchmal reagieren sie mit „Wow! So eine Frau gibt es? Das habe ich ja noch nie erlebt!“ Damit gebe ich ihnen ein unvergessliches Erlebnis, eine neue Erfahrung, einen Aha-Effekt, ein Davon-will-ich-mehr. Das Gesamtpaket trägt dazu bei, indem es ihnen zeigt: „Luder schenkt sich mir für diese Zeit mit all ihren Sinnen. Dafür gebe ich ihr, was sie braucht, und das ist eine gute Zeit mit einer ordentlichen Portion Befriedigung und vor allem meine Wertschätzung dessen, dass sie mir dies gibt.“ Diese Wertschätzung kann unterschiedlich aussehen, und je nach Typ erwarte oder verlange ich auch Unterschiedliches, aber es ist immer eine Win-Win-Situation, egal wie das heutige Date zustande kam. Und Win-Win bedeutet wiederum, dass beide Seiten hinterher lächeln und ein bisschen glücklicher als vorher sind.

Dies überall auf der Welt, und der Weltfriede wäre da. Aber ich kann ja nicht überall sein und sorge in meiner kleinen Welt für Zufriedenheit.

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