Ein Freund

ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibtaufderWelt…

Sobald ich diese Zeile auch nur denke, hüpfe ich mental und habe für den Rest des Tages einen Ohrwurm. Sollte ich das nun auch beim Leser verursacht haben: das habe ich herzlich gerne getan! Wenn irgendwem das allerdings rein gar nichts sagt, dann empfehle ich wärmstens mal die Recherche nach den Drei von der Tankstelle.

Es ist also der Sonntag nach dem HÜ-Desaster. Während ich mich beim Frühstück mit Brötchen, Bacon, Spiegelei, Honigmelone-Banane-Mango-Smoothie und mild gerührtem Joghurt mit frischen Himbeeren (ja, das frühstücke ich jeden Sonntag!) noch frage, ob diese Stimmung ein Anzeichen dafür ist, dass es mit mir psychisch wieder bergab geht, rät mir mein Liebster, mich mit Menschen zu umgeben, die mich mögen. Da trifft es sich gut, dass ich ohnehin am nächsten Dienstag ein Date habe mit jemandem, der mich noch nicht persönlich kennt. Da stehen die Chancen, dass er mich mögen wird, schonmal sehr gut. Aber dazu später.

Und wie der Zufall es will, ist auch ein alter Freund mal wieder statt 600 km nur 50 km von mir entfernt. Wir haben uns seit über 2 Jahren nicht mehr gesehen, es hat einfach nie zeitlich hingehauen. Kennen gelernt haben wir uns vor 3 Jahren auf einer Plattform, auf der er einen Diamanten unter all den Kieselsteinchen darstellte. An das ganze Geplänkel im Vorfeld kann ich mich gar nicht mehr erinnern, denn wir trafen uns dann recht bald. Ich holte ihn vom Bahnhof ab, wir verbrachten einen tollen Tag miteinander, und dann brachte ich ihn zum Bahnhof zurück. Dies geschah so ein paarmal und erzeugte eine Nähe bei mir, dass ich ihn auch auf die Entfernung nie aus meinem inneren Auge verlor. Er befand sich damals in einer Beziehung, daher war ohnehin klar, dass es für uns unverbindlicher Sex sein sollte. Aber als wir uns auf meinem Bett wälzten und bei aller Unverbindlichkeit leidenschaftlich liebten, da ging mir durch den Kopf: „Wow! Wie muss es erst mit ihm sein, wenn er die Frau auch noch liebt!“ Nicht dass ich jetzt den Eindruck von Gefühlsduselei wecke – nein, er ist nur einer der etwas selteneren Männer mit den 4 Hs: neben Hirn und Humor hat er auch noch das Herz dabei, wenn er seine Hose aufmacht.

Und dieser junge Mann kommt also zu mir und hat auch keine Scheu davor, dabei auf meinen Liebsten zu treffen. Da beide sozial verträgliche Jungs sind und nicht auf den Kopf gefallen, wird dies im Zweifelsfall einfach ein amüsanter Abend mit lustigen Gesprächen.

Wir plaudern über unsere Jobs und was sich verändert hat, über unsere Beziehungen und was sich verändert hat, über den Sex und was sich verändert hat. Mein Liebster sitzt ganz rechts auf meinem Sofa, der Freund und ich fläzen uns in der Mitte, ich immer mehr in seiner Armbeuge liegend. Und während wir so reden – über die alten Zeiten und was sich verändert hat – rutscht mir vor lauter Vertrautheit meine Hand unter sein Shirt.Irgendwann später rutscht sie mir vor lauter Vertrautheit unter seinen Gürtel, dann unter den Slip, und kurze Zeit später rutscht dann schon mein Mund über seinen Schwanz und meine Muschi über seinen Mund. Tja, so kann das gehen.

An dieser Stelle möchte ich den geneigten Leser nicht mit Details über leidenschaftlichen, überfälligen, herzlichen, sich in die Augen schauenden und ihm dann den Rücken zudrehenden Sex langweilen, während ein Voyeur Kondome reicht und sich freut, zwei Menschen in enger Vertrautheit bei heißer Ineinanderstöpselung zu beobachten. Es sei nur soviel gesagt, dass seine ersten Worte nach dem Verschnaufen „Als wenn ich nie weg gewesen wäre…“ waren. Und genau darum tut ein alter Freund in so einer Situation gut.

Uns fiel dann auf, dass ich ihm eine Fotostrecke noch nicht geschickt hatte. Sie entstand bei einem unserer Treffen von seiner eigenen Hand. Also mit eigener Hand geknipst. War gar nicht so einfach, wie ich mich erinnere. Ich habe eines der Fotos in Folge dem einen oder anderen als Scharfmacher geschickt. Am bezeichnendsten war die Frage von jemandem: „Was ist das denn für ein komischer Schwanz?“ Gar keiner. Das ist ein Arm.

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