Frederic

Neulich las ich hier in der Nähe von einem Frederic, der einen guten Schlag bei den Frauen habe. Klar, denn ich kenne auch einen solchen (oder sogar diesen) Frederic. Frederic ist ein Bild von einem Mann. Ein Pin-up, und dazu steht er auch. Ein Kalenderblattmann mit Knackarsch, Sixpack und einem hübschen Gesicht. Und was in der Birne hat er auch. Frauen stehen auf ihn, denn er ist sexy, eloquent, höflich, charmant und weiß, wo der Hase lang läuft. Er hat einen schönen großen Schwanz, den er auch nicht ungefragt zeigt, das ehrt ihn. Dafür zeigt er aber gerne, was er zu sagen hat, und er hat zu allem etwas zu sagen, denn er weiß ja, wo der Hase lang läuft. Besonders Hasen mag er. Nicht nur die, die ebenso durchtrainiert sind wie er, sondern auch die „normalen“ mit etwas mehr auf den Rippen, mit prallem Arsch und ordentlich Holz vor der Hütten. Eigentlich trifft er sich mit allen Frauen, denn er verschenkt sich an die Damen. Er ist derart großartig, dass alle Frauen in seinen Genuss kommen sollen. Und wenn sie nicht in seiner Nähe wohnen, dann macht er auch den Vorschlag, sich auf halbem Wege zu treffen. Er kennt nämlich diesen und jenen, ist viel unterwegs, und da rauscht er auch schon mal mit seiner Luxuskarosse heran, um der Dame entgegen zu kommen. Dass er dabei weder an die Wohnung seines Bekannten in diesem Ort noch an den Club im selben Ort gedacht hat, das mag dabei zwar unter den Tisch fallen, aber sein schickes Auto sollte doch reichen für ein stilvolles Stelldichein. Dass keinerlei Flüssigkeiten auf die Ledersitze seiner Rückbank gelangen dürfen (auf gar keinen Fall, da hat sich die Dame zu kontrollieren) und auch seine Kronjuwelen nicht berührt werden dürfen, ist dabei nebensächlich. Der Genuss seiner Anwesenheit muss ausreichen. Seines Liebeskünste sind filmreif. Der Regisseur eines B-Movies oder französischen Gesellschaftsfilmes hätte seine Freude daran, von außen das Gesicht der Frau mit der Kamera einzufangen, die teilnahmslos in den Sternenhimmel schaut, während Frederic mit katzengleichen Bewegungen seines gestählten Körpers den Beischlaf vollzieht. Im Prolog des Filmes säßen 20 verschiedene Frauen auf dem Sofa und würden die Quintessenz der Begegnung mit Frederic in Worten wie „unter den Erwartungen geblieben“, „ich hatte schon besseren Sex“, „wahrlich ein Geschenk an die Menschheit“ (letzteres mit wahlweise rollenden Augen oder hochgehaltenem Ironieschild) beschreiben, aber sie wären sich einig. Ganz ehrlich, inhaltlich wäre es Frederic gleichgültig, ob die Damen wirklich begeistert sind, denn immerhin hatte er sie und sie reden über ihn, damit schafft er eine Parallelgesellschaft von Frauen, die in den Genuss seiner Großartigkeit gekommen sind. Als Dreingabe des Filmes gäbe es ein Poster von Frederic für den Spind.

Meine Rezension: Falscher Film. Nur gucken, nicht anfassen. Häng ihn dir in den Spind, aber triff dich um Himmels willen nicht zum Vögeln mit ihm!

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