Alles wiederholt sich

Hab ich es mit dem letzten Beitrag herbei geschrieen? Herbei geschrieben? Ich gehöre nicht zu den Menschen, die wirklich daran glauben, dass auf gute Zeiten unweigerlich schlechte folgen müssen.

Umso mehr frage ich mich heute, was mit mir verkehrt ist. Zweifle an mir, ob ich so verkorkst-rebellisch-anti Autoritäten-von der Vergangenheit gebrannt bin, dass ich das Maß verloren habe.

Ich habe Kopfschmerzen vom Rotz und von der Wut. Von der Enttäuschung. Und ich weiß, dass es mir heute scheiße gehen darf, das hat die Ärztin mir bestätigt. Ich weiß, dass es normal ist, heute zu zweifeln, mich selbst zu bemitleiden, und genauso weiß ich auch aus früheren Krisen, dass alles wieder gut werden wird. Vielleicht sogar besser. Das bewies mir meine Vergangenheit: „Am Ende ist alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“ Vorhin im Auto, noch heulend und zitternd, sagte ich mir laut: „Ich bin ein Glückskind! Mir wird etwas widerfahren, so dass alles gut wird!“

Aber jetzt im Moment sind die Zweifel da. Das Zögern, ob das und das und das was für mich wäre. Überall finde ich ein ABER, ich sehe heute vor allem meine Grenzen. Das ist normal, das ist ok. Ich muss das aushalten. Und dennoch muss ich loslassen, rauslassen, reden. Das tu ich seit Stunden. Mit Freunden, ehemaligen Kollegen, vor allem mit mir selbst. Ich habe bereits Stichworte für folgende Gespräche notiert, um all das Gute und Richtige, was in meinem Kopf herum schwirrt, bei all der Verwirrung nicht wieder zu verlieren. Der Spaziergang um den See und das Sitzen auf der Bank in der Sonne haben mir gut getan. Aber da sitzt immer noch so viel fest, darum tut mir ja der Kopf so weh. Ich hasse es. In den letzten Jahren habe ich mich vor genau dieser Situation schützen wollen, konnte sie aber nicht verhindern. Momentan grüble ich sogar eher darüber nach, ob ich nicht im Sinne einer Selbsterfüllenden Prophezeiung das Geschehene forciert habe (s.o. rebellisch…)

Mit einem kann ich heute nicht reden. Ich könnte, aber ich will nicht. Das letzte, was ich gebrauchen kann, sind Weisheiten und Erfahrungen aus seiner Perspektive. Lösungsorientiert. Generalisierungen aus Erlebnissen, die sich nicht im Geringsten auf meine Situation übertragen lassen. Ich würde ungerecht werden in meiner jetzigen Stimmung, darum spare ich es mir lieber gleich und bleibe für mich. Rede mit mir. Mit diesem Monitor. Lasse raus, sortiere, leide.

(Und – oh Wunder – er versteht es nicht.“Manchmal muss man eine Hürde überwinden, damit man Erleichterung finden kann.“ GENAU SOLCHE Ratschläge kann ich gerade NICHT gebrauchen!)

Verzeihen muss ich irgendwann. Heute fühlt es sich noch unmöglich an, heute möchte ich lieber eine Voodoo-Puppe basteln. Immerhin habe ich ein kleines bisschen einer anderen Frau verziehen, indem ich sie heute angerufen habe. Aber irgendwie fühlte es sich nicht so erleichternd an, wie ich gehofft hatte.

Erst einmal drüber schlafen. Morgen ist ein neuer Tag.

 

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