Meine Gebete…

wurden erhöht: Weder unreif noch dämlich! Einfach WOW!

Natürlich konnte ich nicht bis „morgen“, also bis nach dem Schlafen warten. Ich schrieb ihm noch nachts um 1 Uhr. Mich interessieren Regeln wie „erst beim dritten Date Sex“ oder „erst zappeln lassen“ und solches Blabla ohnehin nicht. Aber in diesem Falle konnte ich es noch weniger abwarten, ihm zu schreiben, weil ich so verzaubert war. Und es immer noch bin. Ich fühle etwas ungewohnt Verknalltes, Ungeduldiges, sogar Unsicheres und bin immer noch ein bisschen 15 im Kontakt mit ihm. (Als ich ihm gegenüber so etwas erwähnte, fragte er scherzhaft, ob er sich dann nun wohl strafbar machen würde, wenn er mich bald ficken wollte.) Um dem mal chronologisch vorweg zu greifen: Als ich sah, dass er zwei meiner Nachrichten von gestern bis heute Früh noch nicht gelesen hatte, war ich schon voller Zweifel, ob ich ihm in meinem (mir selbst ungewohnten) Überschwang auf den Wecker gegangen sei und befürchtete, der Beginn einer wundervollen Freundschaft sei bereits das Ende dergleichen.

Der ganze Sonntag war bestimmt von ihm. Nachrichten hin und her. Ein Kennenlernen, Austausch von Informationen, schriftlicher Flirt. Es begann um 10:53 mit einer Frage von ihm und endete 23:56. Über den Anlass meiner Anwesenheit in der Kneipe, seine Tätigkeiten, meine Tätigkeit, sein Alter, dass das Alter aber nur eine Zahl ist (und das kam von ihm! weiser junger Mann!), unsere Vorlieben, Wünsche, den Aufbau von immer mehr Verlangen, je mehr wir feststellten, dass wir harmonierten… Er dankte mir mehrfach, dass ich die Initiative ergriffen hatte, denn er wäre wohl zu schüchtern dafür gewesen. Er begriff mein Beziehungskonzept auf Anhieb, zeigte sich für andere Themen neugierig, ohne dabei sabbernd zu sein und bewies mit jeder Nachricht mehr, dass meine Befürchtungen unberechtigt waren. Auch las ich schon heraus, dass er trotz seines objektiv phantastischen Aussehens unsicher und zurückhaltend ist. Das reizt mich  verrückterweise zusätzlich.

Exkurs – Warum ziehen mich „unvollständige“ Männer an?

Schon vor Monaten, als ich gedanklich und emotional in dieser Chatbeziehung gefangen war, dachte ich darüber nach, meine Gedanken über „kaputte Typen“ aufzuschreiben. In der Zwischenzeit habe ich das „kaputt“ für mich als „unvollständig“ erkannt und eingeordnet. Denn die wirklich kaputten schrecken mich ab, die lehne ich ab und mache einen großen Bogen um sie. Nein, es sind die, die emotional unvollständig sind im Sinne eines Selbstwertmangels, obwohl Menschen um sie herum – mich eingeschlossen – ihnen einen ganz anderen Wert zuschreiben. Dies wäre zusammenzufassen in der Frage: „Was zur Hölle hast du für ein Problem mit dir?“ Als ich „Chöre“ von Mark Forster das erste Mal bewusst hörte, dachte ich die ganze Zeit an jenen Chatter. Als hätte der das Lied für ihn geschrieben. Mit Mr. 700Kilometer geht es mir ähnlich, zumal er um seinen Mangel weiß und sich so sehr dankbar für Korrektur äußert. Strahlemann weiß auch nicht um seine Wirkung, und das weiß ich nun nicht nur aus unseren Nachrichten, sondern auch aus der nachfolgenden persönlichen Begegnung.

Diesen Männern will ich zeigen, dass sie unrecht haben. Ich will sie lehren, dass das, was sie befürchten, mit mir NICHT eintritt. Ich will ihnen korrigierende Erfahrungen bieten. Und vor allem will ich ihnen ein positives Modell im Umgang mit ihnen selbst sein. Ich gebe bedingungslose Wertschätzung und weiß: Steter Tropfen höhlt den Stein.

Was den Chatter angeht, der weit entfernt ist und die Brücke zu mir hinter sich eingerissen hat, habe ich meine Einschätzung korrigieren müssen. Die Art und Weise, wie er unsere Freundschaft beendet hat, hat mir gezeigt: der ist nicht unvollständig. Der ist tatsächlich kaputt. Mr. 700Kilometer ist zu weit weg, als dass ich ihm lückenlos Modell stehen kann. Aber Strahlemann ist nur wenige Kilometer entfernt, und ich kann ihm so viel mehr geben als nur ein wenig emotionale Korrektur…

Exkurs Ende

So einigten wir uns auf Donnerstag, dann würde ich wieder frisch und frei und offen sein. Irgendwann um 19 Uhr schrieb ich „AUS!“, weil ich dieses Verlangen kaum noch aushalten konnte und ihn so sehr wollte und wollte und wollte, aber nicht sofort haben konnte! Er war so süß, wollte meinen „Ansprüchen gerecht werden“, hat so charmante Dinge geschrieben, die sich dennoch nicht wie Honig um den Bart (Moment, ich hab ja gar keinen) oder Bauchpinselung anfühlten (Bauch hab ich), sondern wirklich ehrlich und authentisch klangen. „Was würdest du davon halten, wenn ich dir ein Bild von meinem Oberkörper schicke, so als Teaser? ;)“, fragte er. Meine Antwort lautete: Bloß nicht, sonst wird meine Ungeduld und meine Qual noch schlimmer! Ich dachte wirklich, ich drehe gleich durch vor Verlangen. Wir sprachen über seine Lieblingsstelle, die selbst herauszufinden ich als Herausforderung verspürte. Er verplapperte sich aber sehr schnell, weil er meinte, dann müsse er sich darauf ja gut vorbereiten. Kurz darauf meinte er, das habe er „seelisch“ gemeint, aber das schien die Wahrheit nicht ganz zu treffen… Auch sonst ließ sich erkennen, dass er zwar relativ unerfahren (langjährige Beziehung, aber eben nur mit einer, und das offenbar seit seinem 17. Lebensjahr), aber mitnichten unschuldig ist.

Ich frage mich gerade, ob ich beim Schreiben auch wie 15 klinge. So verknallt eben.

Es war also schlimm genug, bis Donnerstag warten zu müssen. Aber dann erfolgte eine Wendung.

 

 

Ist das zu fassen? Mein Liebster kommentierte das trocken mit den Worten „Die Welt ist voll von Frauen, die keiner braucht.“ Umso besser meinte es darum das Schicksal mit Strahlemann, als er gerade mit „Mrs. Wer von dir keinen Blowjob hatte, hatte nie einen“, auch „Fräulein 0,1 Prozent“ genannt („Gib dir keine Mühe, ich bin noch nie bei einem Blowjob gekommen….. Oooooooh!“) zu tun hatte. Das Schicksal hat ja auch dafür gesorgt, dass wir uns am Samstag überhaupt begegneten. Denn eigentlich hätte er frei gehabt und wurde nur deshalb vom Kollegen gerufen, weil der überfordert war. Ich war nur deshalb da, weil ich meine Tage hatte, sonst wäre ich gerade von einem Düsseldorfer gefickt worden. Und außerhalb dieses Gruppentreffens wäre ich nur mit gegen Null gehender Wahrscheinlichkeit überhaupt in diese Kneipe gegangen. Wer diese Schicksalstheorie für zu romantisch und unrealistisch hält, müsste mir erstmal dieses Aufeinandertreffen großer Zufälle erklären. Jedenfalls konnte ich ab diesem Augenblick nicht ertragen, ihn noch länger ungeküsst durch die Welt gehen zu lassen!

Die Planung wurde also auf „morgen Abend“ umgeschmissen. Und ich versuchte es weitgehend zu vermeiden, ihn während seiner Session im Fitnessstudio mit einem Dauerständer herum laufen zu lassen. Aber allein seine Gedanken daran, dass er morgen die Frau treffen würde, die sich unbändig darauf freute, seinen Schwanz in den Mund zu nehmen, verhinderte das. Zufällig chattete ich gerade woanders mit einem Freund, von dem demnächst zu berichten sein wird. Als ich ihn an die aktuellen Geschehnisse anschloss und ihm eröffnete, dass und zu welchem Zweck das Schnittchen morgen zu mir kommen würde, grinste er: „Der wird sterben!“

Trotz meiner Erfahrung bin ich nie so abgeklärt, dass ich vor einem Date irgendeiner Art nicht vorfreudig oder aufgeregt bin. Meist stehe ich am Fenster, um das Eintreffen nicht zu verpassen. Sogar nervös habe ich mich schon erlebt, als ich Mr. 700Kilometer abholte. Aber was den ganzen Montag in mir vorging, kam der Hölle schon nah. Weil er als Student mit Mangel an eigenem Auto mit dem Bus anreiste und nicht die günstigste Linie nahm, musste er noch ein Stück laufen, verfranste sich, und ich musste noch länger warten! Ganz ehrlich – ich hatte schon Sorge, dass er aus lauter Suchfrust einfach umdrehen könnte. Als er dann die Treppe hinauf kam und auf meine Tür zuging, hatte ich unglaubliches Herzklopfen. Dann stand er vor mir, ich konnte ihn endlich anfassen, und dann

 

PENG!

 

Gleichzeitig küssend, umarmt haltend und redend. Endlich kann ich dich anfassen… ich konnte es auch nicht erwarten… schön, dass du da bist… schön, dass ich da sein darf… du fühlst dich so gut an… ich will dich… du darfst auch reinkommen… dennoch im Hausflur weiterküssend, mit offener Tür. Ihn küssend reinziehen. Sich von ihm an die Wand drücken lassen. Sich dabei freuen, wie alles intuitiv richtig läuft. Küssend. Haltend. Filmreif. Heiß. Leidenschaftlich. Gleichzeitig beruhigend, weil die Qual ein Ende hat. Verlangen, Geilheit, aber auch mehr als das. Ihn küssend die zwei Meter ins Schlafzimmer bugsieren, ihm dann das Shirt über den Kopf ziehen. Das Küssen unterbrechen, um den Körper zu betrachten. Ich wusste, warum ich vorher kein Foto wollte. Es hätte mich wirklich wahnsinnig gemacht. In diesem Moment schmolz ich. Leckte ihm den feinen Schweiß von der Brust. Küsste die Schultern, den Hals, wieder den hübschen Mund. Schaute ihm in die Augen, während ich ihm die Hose aufknöpfte. Er half dann ungeduldig beim Ausziehen, ich sagte per Hand meinem neuen Freund Hallo und ging wieder in die Knie. Und ja, er starb. Vor Wonne. Nein, erst nur ein kleines bisschen, denn dann schmiss ich ihn aufs Bett, um mich ganz seiner Freude zu widmen. Ab diesem Zeitpunkt sagte er gefühlte 100 Mal in den nächsten 2 Stunden „Oh Gott“, vernahm aber auch, er dürfe mich gerne weiterhin beim Namen nennen. Und ab diesem Zeitpunkt verdrängte er auch jemand anderen von dem Platz mit dem Titel „der sexyeste junge Mann, der je in diesem Bett lag“. Der andere trug ohnehin immer den Beititel „der aber nicht küsste, weil er dies der Frau vorbehielt, die er liebt“. Und Strahlemann küsste! Viel und gut, quasi ununterbrochen. Er hatte viel nachzuholen, wie bereits zu lesen war. Und er genoss! Er genoss meine Lippen, meine Zunge, meine Brüste, meine Lust, meine Hingabe. Ebenso genoss ich, seinen Schwanz, seine Brust, seine Zunge, seinen Mund, seinen Po, den gesamten Körper, das strahlende Lächeln, die blitzenden Augen, das Verdrehen seiner Augen, sein Stöhnen, einfach alles. Er vertraute sich mir an, gab sich hin, hielt mir hin – den Schwanz, den Po, den Hals – und erwies mir die Ehre, die Erste in vielerlei Hinsicht zu sein. Die erste richtige Frau. Die erste, die ihn oral verwöhnte. Die erste, die ihn anal massierte. Die erste, die ihn so wirklich, wirklich, richtig, sehr wollte und von der er nehmen durfte, ohne heute geben zu müssen. Später genoss er das Spiel mit meinen Brüsten, das Erproben der Grenzen, das gegenseitige Streicheln, das Aufeinanderpressen der Haut, meinen Dirty Talk über unser nächstes Treffen und den Umstand, dass ich einfach nicht von seinem Schwanz lassen konnte.

Nach 3 Stunden fuhr ich ihn nach Hause. Den Nachtbus wollte ich ihm ersparen. Lieber noch bis zuletzt mit ihm zusammen sein und ihn während der Fahrt meine Beine streicheln lassen. Sollte es nun tatsächlich so kommen, dass wir uns morgen nicht sehen können, weil er länger arbeiten muss, dann werde ich es überleben. Die erste Qual ist überstanden. Und wir sind uns schon einig, dass wir uns behalten wollen.

 

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4 Gedanken zu “Meine Gebete…

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