Matze

Als ich Matze kennen lernte, hatte ich viel Tagesfreizeit. Das nennt man so, wenn man keine Verpflichtungen hat und zuhause rumsitzen darf. Das machte mich sehr flexibel. Matze dagegen war nicht so flexibel: in viel freier Zeit an seine Wohnung gefesselt, weil er immer Bereitschaft hatte. Und ja, Matze war immer bereit. Auch bereit, mich zu empfangen.

Kaum war ich durch seine Wohnungstür, drückte er mich gegenüber an den Türrahmen, schob mir den Rock hoch, schob mir den String zur Seite und zwei Finger in die Möse. Kurze Zeit später schob er mir schon den Schwanz hinein. Erwähnte ich „bereit“? Mich machte vor allem die Dicke an, die zu der Zeit neu für mich war. Weil der Türrahmen aber für die Art Stöße, die wir beide wollten, zu unbequem war, schob er mich durch den Rahmen zum Bett. Warf mich hinauf, schob wieder den Schwanz rein, bis das Gummi Blasen warf und wechselte dann frech das Loch. Und während ich in dem Moment noch gedanklich aufschrie „nicht so schnell, der ist zu dick!“ war ich gleichzeitig überrascht, wie leicht und ohne diesen bösen Schmerz an der Schwelle er hinein glitt. All das dauerte keine Viertelstunde, da war die erste Pause angesagt. Welche aber auch nicht lange dauerte, weil wir beide ungeheuerlich heiß aufeinander waren. So heiß, dass ich mich sogar dazu hinreißen ließ, mich über ihn zu stülpen und ihn entgegen meiner Natur so zu ficken, dass trotz des dicken Schwanzes in mir ein Schwall an Flüssigkeit auf seinen Bauch spritze. Nie vergesse ich sein Gesicht dabei: dieses ungläubige und überraschte und hoch erfreute Strahlen, das ihn seine Augen aufreißen ließ. Dieses typische Gesicht, das ich immer wieder als seinen Spiegel meiner Lust erlebte, macht Matze zu jemandem, den ich immer gerne wieder treffe.

Auch dann, wenn ich umziehe und er mir netterweise einen Stapel kleiner, aber stabiler Kartons mitbringt, weil Bücher in Bananenkisten keine gute Idee sind. Noch immer bin ich ihm dankbar für diese 12 Kartons. Und dafür, dass er bei diesem kurzen Besuch in meinem Arbeitszimmer mal eben über mich herfällt, da ich ja sturmfreie Bude habe. Ein Herzchen, der Matze. Er weiß, was ich brauche.

Auch bei mir zuhause, schräg auf dem Bett, weil wir uns nie die Zeit nehmen, nach dem Betreten der Wohnung seinerseits Worte zu wechseln, sondern gleich die Position des geringsten Widerstandes seiner Finger einzunehmen, zeigt er dieses Gesicht. Seine Freude, meine fast blitzartig eintretende Nässe zu spüren und dadurch ohne Mühe die Hand in mir versenken zu können, ist ihm ins Gesicht geschrieben. Süß, dass er immer wieder so überrascht scheint, als wäre es das erste Mal, dass ich so reagiere. Scheint aber so zu sein, dass ich die einzige ihm bekannte Frau bin, die so unsäglich willig ist. Er genießt einfach, Teil dieser Lust zu sein.

Als ich in seiner Stadt im Krankenhaus festsitze und vor lauter Stress nicht daran denke, mir einfach ein Taxi zu meinem Auto zu nehmen und damit nach Hause zu fahren, kommt er natürlich in die Notaufnahme. „Was machst du denn für Sachen?“ murmelt er immer und immer wieder. Tröstet mich, scheint aber sogar besorgter zu sein als ich selbst. Das ist ein Freund ja, nicht nur ein Fickpartner. Er fährt mich nach Hause, plaudert auf dem Weg mit mir über meine Beziehung, setzt mich heile zuhause auf dem Sofa ab und drückt mich dann noch ein wenig mit dem Gesicht in die Sofakissen. Ein Schatz, der Matze. Stressabbau für uns beide.

Ein paar Monate später, wieder in dem Krankenhaus, diesmal geplant. Drei Tage lang fremdbestimmt darauf warten, dass ich von Abteilung zu Abteilung geschickt werde. Was liegt da näher, als sich auf einen Kaffee mit ihm zu treffen. Aber er sagt ab wegen eines Schnupfens. Wegen eines Schnupfens! Alter, wenn du nicht kommen willst, dann sei doch ehrlich zu mir! Nun, ich nahm es ihm übel. Aber ich hörte dann auch nur per Mail von ihm, und meinen Sarkasmus wegen des Schnupfens begriff er offenbar gar nicht. Hat mich gewundert, auch neulich wieder, wie begriffsstutzig er sich manchmal zeigt. Es sei ihm verziehen, er ist ein prima Kerl.

Neulich also, als ich weich war, war er wieder da. Plötzlich im Postfach. Der Matze kann sich nämlich nicht so gut entscheiden, ob er da oder weg sein will. Er ist das Paradebeispiel für Leute, die ihren Beziehungsstatus bei Facebook auf „Es ist kompliziert“ stellen. Wenn er das denn kommunizieren würde, denn er hat da kein so großes Sendungsbewusstsein. Jedenfalls war ich weich genug, um ihn ob der alten Zeiten willen auf einen Kaffee einzuladen. Es dauerte zwei Wochen, bis wir uns da einig waren, und dann dauerte es nur noch eine Stunde, bis er durch die Tür kam. Quatschen, sich auf den neuesten Stand bringen, meine Erläuterungen ignorieren, dass man über Beziehungskonzepte reden sollte, statt sich immer weiter reinzureiten, dann wieder Luders Gesicht in die Kissen drücken. Schnell noch ein Shirt unterlegen, um das Sofa nicht zu versauen, weil das auch als Gästeschlafcouch dient, ansonsten: wie in alten Zeiten.

Gerade ist er wieder weg. Nächsten Monat ist er sicher wieder da.