Be-zieh-ung

Sagte ich nicht schon einmal, dass es nicht die eine „richtige“ Beziehungsform in punkto Partnerschaften gibt? Viele gibt es, von mir jetzt einmal grob überschlagen. Aber was genau ist denn überhaupt eine Beziehung, was macht sie aus?

Es ist eine Verbindung, trara! (Das weiß ich auch ohne Wikipedia, habe mich aber vorsichtshalber rückversichert.) Dass eine Beziehung nicht nur auf Partnerschaften beschränkt sein muss, erwähne ich hier am Rande, alles will ich gerade gar nicht unter einen Hut bringen. Aber was macht denn eine Ver-bind-ung aus?

Richtig, etwas, das zwischen (wenigstens) zwei Menschen ver-bindet. Das kann Vieles sein: räumliche Nähe, gleiche Interessen, gleiche Denk- oder Arbeitsinhalte etc. pp. Auch das führt für meine Zwecke gerade zu weit, um es erschöpfend aufzulisten. Und wie sieht nun diese Art der Verbindung aus?

Da hätten wir zum Beispiel den Klettverschluss. Pappt zusammen. Eng. Dazwischen passt kaum Luft. Da hakt sich etwas zusammen. Ich behaupte mal frech, dass wenn sich ein Klettverschluss löst, sich ein Gefühl der Freiheit und Erleichterung einstellt. Der Klettverschluss ist auch nicht sehr langlebig, denn bei jedem Lösen kommen Fussel dazwischen, welche die Verbindung auf Dauer weniger stabil machen.

Dann wäre da Klebstoff. Hält. Pappt auch. Keine Luft dazwischen. Kann man mögen, muss man aber nicht. Riecht auch nicht so schön.

Eine Eisenstange. Die hält sicher, da geht nichts dazwischen. Kann nach langer Zeit brechen, das sagte schon Drafi Deutscher, aber vorher ist sie echt stabil. Wenig flexibel, und wenn sich der eine bewegt, muss sich der andere zwangläufig in die gleiche Richtung mit bewegen. In verschiedene Richtungen geht da gar nicht. Da muss man sich schon sehr einig sein.

Das Seil. Je nachdem, ob das Seil am Fuß oder am Arm oder am Kopf befestigt ist, hat man unterschiedliche Bewegungsfreiheit. Je nach Dicke des Seiles sehr stabil, ein bisschen starr aber noch. Die Länge des Seiles macht da einen großen Teil der Bewegungsfreiheit aus. Wenn man das Seil durchschneidet, ist es zerfranst. Das lässt sich nicht mehr flicken, ohne dass es an der gleichen Stelle wieder reißt.

Magnete. Sind sie weiter voneinander entfernt, dann haben sie keine Kraft aufeinander. Aber wenn sich der eine annähert, und der andere hat die richtige Polung, dann – flupppp! – hängen die beiden aneinander. Eng. Können sich aber auch wieder voneinander lösen. Wenn man das nicht zu oft macht, dann lässt die Anziehungskraft auch nicht nach. Es sei denn, man entfernt sich zu weit voneinander. Eine Verbindung und Beziehung, die man ihnen nicht ansieht, wenn nur der eine anwesend ist. Magnete können auch an anderen andocken, die die richtige Polung haben. Großartige Sache, das!

Das Gummiband. Finde ich persönlich super, weil es flexibel ist und auch unterschiedliches Tempo und Richtungen aushält. Und: wenn der eine sich weg bewegt, zieht es dennoch wieder zurück. Womit wir wieder bei Be-zieh-ung wären. Wenn beide sich gar nicht bewegen, wird das Gummi zu Klebstoff: es peckt, wird unflexibel. Was aber, wenn sich beide immer wieder weit weg bewegen, zurück gezogen werden, sich wieder weg bewegen, das über Jahre, und das Gummi ausleiert? Dann hat es keine Spannkraft mehr. Dann gibt es eine Ver-bind-ung, aber keine Be-zieh-ung mehr. Was macht man da? Neues Gummi einsetzen und es besser pflegen? Geht das überhaupt?

 

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