Mütter, die man lieben kann

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, eine MILF sei auf der Jagd nach jüngeren Männern. Das ist insofern falsch, als der Begriff der MILF (= Mother I’d like to fuck) nur aus der Perspektive desjenigen genutzt werden kann, der ebendiese „Mutter“ ficken will. Ob und wie viele Kinder sie hat, wird dabei ja auch nie überprüft. Mich hat jedenfalls noch kein Mann nach meinem Mutterpass gefragt. Ich hätte ihn auch nie dabei. Aber ich schweife ab.

Also nochmal: Nur der (meist jüngere) Mann kann sagen: boah, die will ich! Die Frau jedoch, die gezielt und überwiegend junge Männer jagt, ist eine sogenannte „Cougar“ und hat meist auch den entsprechenden Körperbau: schlank und drahtig. Nur so fängt sie die Kerle, die meist ja selbst noch schlank und drahtig sind. Die MILF dagegen ist oft typischerweise die Frau von nebenan, die durch ihr reiferes Alter und besonders hervor stechende weibliche Attribute die Fantasien (meist jüngerer) Männer anregt und so zum Objekt der Begierde wird. Schlank und drahtig muss sie nicht sein, es es denn, sie will vor den Männern wegrennen. Will ich aber nicht. Schon gar nicht auf hohen Hacken.

Wie komm ich darauf? Durch meinem ersten Urlaub, den ich völlig allein verbringe. Alleine gebucht. Alleine geflogen. Alleine Koffer gepackt, lauter Sachen, die zum Urlaub in Wärme und am Strand passen. Kein „DAS willst du anziehen?“ dabei hören. Am Hotel steige ich aus dem Bus und ziehe in meinem süßen Kleidchen den Koffer hinter mir her. Vor dem Haupteingang lauter junge Menschen, die sich unterhalten, überwiegend Männer. Shorts, Sonnenbrillen, Flip-Flops, vereinzelte T-Shirts mit „I ❤ MILF“-Aufdruck. Hier bin ich richtig.

Aufstehen, wann ich will. Frühstücken gehen, wann ich will. Zum Pool oder zum Strand gehen, wann ich will. Es findet sich auch leichter ein Platz am Pool, wenn man keine zwei nebeneinander stehende Liegen braucht. Auf niemanden warten, niemanden fragen müssen. Nickerchen machen, wann ich will. Lesen, soviel ich will, mich nicht unterhalten oder irgendwen bespaßen müssen. All Inclusive, sogar inklusive Flirts. Traumurlaub! Und sie gefallen mir, die anderen Gäste. Gut gelaunt, keine deutschen Pauschaltouristen, die sich über das Essen, das Wasser, andere Gäste beschweren. Ok, ich lerne auch ein deutsches Paar kennen, mit dem ich mal am Pool liege und quatsche oder abends in der Bar zusammen sitze. Aber es bleibt unverbindlich, wenn ich nicht da bin, ist es auch gut. Ein Bonus, die beiderseitige Kür, nicht aber die Pflicht.

Abends nach dem Essen, bevor die Bar aufmacht und auch währenddessen, sitzt man oft draußen vor dem Eingang (und dem Übergang zum anderen Gebäude) auf den Mauern, raucht, trinkt, kommt ins Gespräch. Auf englisch, spanisch, deutsch, französisch, niederländisch, oder einer Mischung aus allem. Auch mit Händen und Füßen. Meist antworte ich spontan auf deutsch, wenn dann das Gesicht fragend aussieht, wiederhole ich auf englisch und ergänze mit spanisch oder französisch. Also, mit den Brocken, die ich noch beherrsche. Ich stelle fest, dass mein Spanisch eher eine Mischung aus Spanisch und Italienisch ist. Dabei kann ich gar kein Italienisch….

An diesem Abend kommen wir mit den Hüften ins Gespräch. Ich sitze auf der Mauer mit einem Becher Getränk (All-Inclusive Cocktail, der einen Caipi darstellen soll. Also viel Saft, weniger Alkohol. Kennt man ja, wenn es kostenlos ausgeschenkt wird.), als eine Gruppe Jungs dazu stößt. Einer pflanzt sich neben mich und stößt dabei mit seiner an meine Hüfte, so dass mein Getränk überschwappt und ihm auf den Oberschenkel platscht. Ich wische ihm (scheinbar verlegen) den Großteil vom Oberschenkel, lecke danach meine Finger einzeln ab. An diesem Punkt habe ich ihn an der Angel. Denn er lacht und stößt mich mit Absicht noch einmal an, aber da halte ich den Becher natürlich schon fest und strecke ihm die Zunge raus. Da setzt sich ein anderer (P) an meine andere Seite. Er wird von dem ersten (M) ermutigt, mich auch anzustupsen, damit er ebenfalls etwas von meinem Getränk auf den Oberschenkel bekommt. Und ich tu ihm den Gefallen, mit anschließend gespielter Scham die Arme hochreißend. So sind wir also im Gespräch über das woher, wie alt, mit wem oder alleine, wie lange schon, wie lange noch, was heute Abend noch. Irgendeiner holt immer neue Getränke, und wir amüsieren uns bombig. Etwas über eine Stunde lang. In der Zwischenzeit haben die beiden getuschelt, und ich lasse sie.

Ob wir nicht oben weiter machen wollten, da die Bar doch gleich zumache. Die beiden hätten ein Zimmer mit Blick auf das Meer und den Yachthafen. Also werden noch ein paar Getränke geholt, und wir bewegen uns in den Fahrstuhl – mit je zwei Bechern in der Hand. Kleiner Fahrstuhl. Eng. Da ich die Hände voll habe, kann ich mich natürlich nicht wehren, als (M), der an der Wand des Fahrstuhls steht, seine Arme (nebst Bechern) um mich schlingt, um mich zu küssen. Dabei drückt sich (P) von hinten an mich heran, und ich bin eingekesselt. Aber nicht lange, denn das Hotel hat nur 5 Stockwerke. Die beiden gehen vor, die Zimmertür wird aufgepiepst, (P) stellt seine Getränke weg, nimmt mir dann meine ab, und als als mich zu (M) umdrehe, zieht dieser mich an sich heran, um mich wieder zu küssen. Erstaunlich sanft. Man könnte bis hierher ja meinen, wir hätten es mit sehr ungestümen, dauergeilen, ungeduldigen Mittzwanzigern zu tun. Nein, er küsst mich sanft, fährt dabei mit seinen Händen durch meine Haare und scheint es gar nicht eilig zu haben. Er führt mich zum Bett, aber statt mich darauf zu setzen, beugt er mich darüber, und ich stütze mich mit den Händen ab. (Dabei klatsche ich innerlich mit den Händen und hüpfe auf und ab. Also auch innerlich.) Währenddessen sitzt (P) auf der anderen Seite des Doppelbettes und schaut mir direkt ins Gesicht. Anschließend wird kaum noch gesprochen.

(M) schiebt mir den Rock hoch und streicht mir über die Pobacken. Er knetet beide ein wenig, klatscht dann mit der flachen Hand auf die rechte Seite. Er schiebt den String zur Seite und fährt mit dem Mittelfinger vom Damm ausgehend hin und her. Dabei gibt er einen Laut des Gefallens von sich. Er lässt den Finger einmal tiefer gleiten und holt die Nässe hervor, um sie dann wiederum mit zwei oder drei Fingern mit einer stetigen Bewegung von Klit bis Anus zu verteilen. Vielleicht gibt er (P) mit den Augen einen Wink, der jedenfalls kramt aus einem Koffer eine Schachtel mit Kondomen heraus und wirft ihm eines davon rüber. Zu diesem Zeitpunkt bin ich derart geil und ungeduldig, auch weil (P) mir die ganze Zeit ins Gesicht schaut, dass mich das Geräusch, das (M) macht, um das Kondom in die richtige Richtung zu pusten, total entzückt. Er setzt seine Eichel an und spielt mit mir. Er entscheidet, mich jetzt noch meines Strings zu entledigen. Er lässt die Eichel an meinem Eingang kreisen, fährt auf und ab, steckt sie immer wieder mal hinein, zieht sie wieder heraus, so dass ich bereits mit dem Hintern wackle, um meine Ungeduld zu signalisieren. Da bricht er mit einem Mal hinein, schiebt ihn bis zum Anschlag und hält ihn. Ich weiß, wie sich mein Gesicht dann verändert – ein Blick voller Erleichterung und Wonne. Er stößt ein paarmal tief zu, immer nur kurz. Stoß, halten. Herausziehen, Stoß, halten. Herausziehen, Stoß, halten.

Nun zieht sich (P) aus und rutscht näher zu mir. Er zieht mir mein Top über den Kopf, fummelt den BH aus und hält mir seinen schon harten Schwanz vor das Gesicht, klapst jeweils zärtlich mit ihm auf meine Wangen. Ich bin dann wie ein Kind, das den Löffel mit dem süßen Brei vor der Nase hat und verfolge ihn mit dem Mund, um ihn endlich zu umschließen. Weil er nicht nah genug ist, kann ich nur ein bisschen lutschen, und jedesmal, wenn der Stoß von hinten kommt, verliere ich den Schwanz kurz. Nun winkt mich (P) zu sich heran, und ich komme mit den Knien auf dem Bett zu hocken. (M) stellt ein Bein auf und hält sich an meiner Hüfte fest, er fickt mich nun schneller, so dass ich mit (P)s Schwanz im Mund immer wieder in dessen Schoß gedrückt werde.

Ich liebe es!

Das Stöhnen von drei Menschen, der gleichmäßige Rhythmus des Zusammengeschobenwerdens zwischen zwei Schwänzen, der Duft der Geilheit, und wie es sich von einer zufälligen Begegnung so unkompliziert zu diesem lustvollen Tun entwickelt hat, das alles lässt mich rasend geil sein. Immer wieder stößt er zu, klatscht mir dabei auf den Arsch, wird schneller und dann plötzlich langsam. Er zieht seinen Schwanz raus, pfeffert das Kondom an die Wand, und da wird es schon heiß auf meinem Rücken. (M) sackt kurz über mir zusammen, ich bekomme nun mehr Gewalt über den Schwanz in meinem Mund, greife die Wurzel, während ich an ihm sauge. Da spüre ich, wie ein Handtuch über meinen Rücken gewischt wird. Mein Spanisch reicht nicht aus, um etwas über Kollagen und Verschwendung zu sagen. (P) legt mich nun hin und schiebt mir seinen Schwanz von oben in den Mund. Langsam, nicht zu tief, er taucht ihn vielmehr stetig in mich hinein. Dabei kümmert sich (M) nun mit Zunge und Fingern um meine Möse, lässt mich zucken und in den Schwanz in meinem Mund stöhnen.

Kurzes Durchatmen, aber (P)s Schwanz ist ja immer noch hart. Nun zieht auch er sich ein Gummi über, legt sich lang hin und heißt mich mit einer winkenden Geste seiner Finger, ihn aufzunehmen. Wenn ich auch keine gute Reiterin bin, setze ich mich doch auf ihn, und er knetet dabei meine Brüste. Dann zieht er mich zu sich herunter und küsst mich mit einer Hand in meinem Nacken. Dabei stößt er von unten zu. Kurz und knapp. Küssend, stoßend. Küssend, stoßend. (M) murmelt etwas und bringt mich wieder zum Aufsitzen, damit ich seinen Schwanz in den Mund nehmen kann. Während er in mir wächst, knetet (P) meine Titten und stößt hin und wieder zu. Wachsen, kneten, stoßen. Wachsen, kneten stoßen. Nachdem (M) hinreichend gewachsen ist, zieht (P) mich wieder zu sich herunter. (M) knetet wieder meinen Po, verteilt die Nässe aus meiner zwar gestopften, aber dennoch geöffneten Möse an der Rosette und setzt wieder seine Eichel an. Ganz langsam, er lässt mir Zeit, mich zu öffnen, aber in Situationen wie dieser bin ich ohnehin unempfindlicher, und der kurze Druck, wenn die Eichel eindringt, geht unter in meiner Geilheit.

Schaukeln. Je ein kurzer Stoß von unten, ein sanftes Gleiten von hinten. Ich wünschte, ich könnte fühlen, was sie fühlen, ob sie einander fühlen, wie die Bewegung in dieser gestopften Stute sich anfühlen mag. Ich genieße es, gefüllt zu sein. Kurzer Stoß von unten, sanftes Gleiten hinten. Dabei (P) küssend. Am Rücken und im Nacken schwitzend. Schaukeln. Häufiger Stöße von unten, schnelleres Gleiten hinten. Stöhnen dreier Menschen. Ich komme zuerst. Die Reibung, der Druck an allen Stellen des Klitorisstranges gleichzeitig und die Stöße im Innern, sie lassen mich so tief röhren, dass die Zimmernachbarn auch was davon haben. Durch mein Zucken kommt (P), weil ich ihn derart massiere und melke, dass es ihm einfach kommen muss.

Ich habe keine Ahnung, ob die beiden das schon öfter gemeinsam getan haben, jedenfalls wirken sie wie ein eingespieltes Team. So entspannt. So geduldig. Dass sie eine Fremde so liebevoll behandeln, spricht sehr für ihre Gesinnung. Und so können wir hinterher vertraut und entspannt auf dem Bett herumliegen und die mitgebrachten Getränke gegen den Flüssigkeitsverlust nutzen. Der zweite Becher wird auf dem Balkon mit Blick auf das Meer geleert. Bevor sich die Frage nach einer Fortsetzung oder Wiederholung stellt, gehe ich. Das lässt sich gerade nicht mehr toppen.

 

Regel Nummer 1: Lass sie im Glauben, sie hätten dich aufgerissen, nicht du sie.

Schließlich stärkt es ihr Selbstbewusstsein, die reife Frau erobert zu haben. Überhaupt stärkt es ihr Selbstbewusstsein, erobert zu haben und sie an den Haaren in die Höhle geschleift zu haben. Nimm ihnen das nicht weg, sie brauchen das. Erfolge pflastern den Weg zu weiteren Erfolgen.

Regel Nummer 2: Trink ein wenig Alkohol oder gib vor, es zu tun.

Eine Frau nämlich, die nicht ein klein wenig durch Alkohol enthemmt ist, würde doch nie mit jüngeren Männern auf das Hotelzimmer gehen, es sei denn, sie hätte alles geplant. Jaja.

Regel Nummer 3: Trink nicht zuviel Alkohol.

Wer will schon eine Frau, die nur Sex hat, wenn sie besoffen ist? Niemand. Jedenfalls kein Mann mit Stolz und Würde.

Regel Nummer 4: Trage einen Slip.

Es darf gerne der kaum vorhandene String sein. Eher kein Spitzenpanty (das könnte zu sehr nach „ich suche romantische Beziehung“ aussehen), alles was größer ist, hast du dir hoffentlich ohnehin längst abgewöhnt. Trägst du nämlich keinen Slip, könnten sie meinen, du tätest sowas öfter und seist eine Schlampe. Soll heißen, DANN könnten sie drauf kommen.

Regel Nummer 5: Kein Dirty Talk beim Sex.

Entspricht der Erklärung von Regel Nummer 4 und schützt wiederum Regel Nummer 1.

Regel Nummer 6: Trage nicht zu hohe Schuhe. 

Absatz darf sein, ein dünner auch, Klappern ist auch ok. Aber lass die Finger von den Fick-Mich-Schuhen, die du sonst zu bestimmten Anlässen trägst. Also keine Schuhe mit mehr als 10 cm in silber, gold oder Lack – wahlweise in rot oder weiß. Greif lieber zu denen mit wenigen Zentimetern, die dann auch lackglänzend sein dürfen, gerne vorne spitz zulaufend. Das sieht beiläufiger aus, nicht so geplant.

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Wie es uns geht?

Lass es mich dir so erklären:

Lange Zeit war ich die einzige Pflanze auf seiner Terrasse. Er hegte und pflegte mich, und er wusste, wie er das zu tun hat. Mit Liebe, Aufmerksamkeit, besonderen Pflegemitteln. Ja, er gab quasi Seminare über die Pflege einer Pflanze wie mich, die er als ganz besonders innerhalb der Botanik wahrnahm und darstellte. So weit, so gut.

Dann kamen andere Pflanzen hinzu. Ich freute mich darüber, denn so war ich nicht die einzige. Mir gefiel es, nicht mehr die alleinige Verantwortung dafür zu tragen, dass er glücklich ist, und glücklich wollte ich ihn ja sehen. Er kümmerte sich weiterhin um mich und pflegte mich, wenn auch die Seminare nachließen. Auch, wenn er die anderen goß und düngte, so wurde ich dennoch exklusiv gebadet.

Aber dann. Ich weiß nicht, wie es geschehen konnte, ob ich es hätte verhindern können. Er goß mich wie die anderen. Die Worte, die er an mich richtete, waren nicht mehr exklusiv. Wir standen gleichwertig nebeneinander, er machte keinen Unterschied mehr, welche Pflanze er am liebsten hatte. Und wenn er gerade eine andere gepflegt hatte und direkt danach zu mir kam, erschien mir seine Pflege routiniert, pflichtbewusst. Der Dünger wurde fad. Eines Tages vergaß er, mich zu gießen. Wirklich: er vergaß mich einfach!

Da wusste ich, dass ich nichts Besonderes mehr für ihn war und machte mich vom Acker von seiner Terrasse. Lieber stehe ich wieder alleine in der Botanik, als dass ich eine gleichwertige unter Vielen bin.

Schon 2800 km

Das ist weiter als mein Weg, den ich nächsten Sonntag für den Urlaub auf mich nehmen werde. Luftlinie, versteht sich. Den Rückflug nicht mitgerechnet.

Er kam wieder mit der Bahn, weil er kurzfristig umdisponieren musste. Als ich ihm schrieb, dass er Piep sagen solle, wenn er ankommt, weil ich ihn dann in die Tiefgarage lassen würde, meinte er, er bedürfe keines TG-Platzes. „Warum? Kommst du mit dem Fahrrad?“ Langer Rede kurzer Sinn: er wollte nicht, dass ich ihm vom Bahnhof abhole, darum hatte er mir das nicht mitgeteilt. Typisch für ihn: Nur keine Umstände machen, nicht zur Last fallen, besser unsichtbar sein. So unsichtbar, wie er sich seit vielen Monaten auch in seinem Alltag machte, sich zurückzog. Aus Angst vor Zurückweisung. Aber dieses Spiel mache ich nicht mit, erst recht nicht, wenn er bei mir willkommen ist und auch ich mich auf ihn und seine Nähe freue!

Blumen in die Vase stellen. Geschenke entgegen nehmen, die er für nötig hielt, um eine Daseinsberechtigung für sich selbst zu erzeugen. Dann demonstrierte ich ihm seine wahre Daseinsberechtigung…

An der Hand ins Schlafzimmer ziehen. Mich und ihn ausziehen. Ihn über mich ziehen. Ihn in mich ziehen. Ganz einfach. Nah sein, ganz nah, wie vorher geplant, bestätigt und für richtig befunden. So lange so nah und so eng, wie wir es aushielten.

Der Rest des Wochenendes war Essen gehen, Händchen halten, Nähe und Enge und Schwitzen, duschen, wieder Essen gehen, Stadtführung, im Café sitzen, uns unserer Nähe erfreuen, wieder Essen gehen, Nähe und Enge und etwas weniger Schwitzen, zweimalig nebeneinander einschlafen und wieder zusammen aufwachen, Morgensex, zum Bus bringen.

Er stellt mich auf ein Podest. Ich bin sein „Juwel“, „das das Sonnenlicht in den herrlichsten Farben bricht“. „Natürlich glaube ich zu wissen, dass zuviel Pathos in der Poesie bei dir kaum verfängt.“ Solange ich auf diesem Podest stehe, können wir keine Augenhöhe haben. Aber nah und schön war es trotzdem, und er hat mir sehr gut getan.

Be-zieh-ung

Sagte ich nicht schon einmal, dass es nicht die eine „richtige“ Beziehungsform in punkto Partnerschaften gibt? Viele gibt es, von mir jetzt einmal grob überschlagen. Aber was genau ist denn überhaupt eine Beziehung, was macht sie aus?

Es ist eine Verbindung, trara! (Das weiß ich auch ohne Wikipedia, habe mich aber vorsichtshalber rückversichert.) Dass eine Beziehung nicht nur auf Partnerschaften beschränkt sein muss, erwähne ich hier am Rande, alles will ich gerade gar nicht unter einen Hut bringen. Aber was macht denn eine Ver-bind-ung aus?

Richtig, etwas, das zwischen (wenigstens) zwei Menschen ver-bindet. Das kann Vieles sein: räumliche Nähe, gleiche Interessen, gleiche Denk- oder Arbeitsinhalte etc. pp. Auch das führt für meine Zwecke gerade zu weit, um es erschöpfend aufzulisten. Und wie sieht nun diese Art der Verbindung aus?

Da hätten wir zum Beispiel den Klettverschluss. Pappt zusammen. Eng. Dazwischen passt kaum Luft. Da hakt sich etwas zusammen. Ich behaupte mal frech, dass wenn sich ein Klettverschluss löst, sich ein Gefühl der Freiheit und Erleichterung einstellt. Der Klettverschluss ist auch nicht sehr langlebig, denn bei jedem Lösen kommen Fussel dazwischen, welche die Verbindung auf Dauer weniger stabil machen.

Dann wäre da Klebstoff. Hält. Pappt auch. Keine Luft dazwischen. Kann man mögen, muss man aber nicht. Riecht auch nicht so schön.

Eine Eisenstange. Die hält sicher, da geht nichts dazwischen. Kann nach langer Zeit brechen, das sagte schon Drafi Deutscher, aber vorher ist sie echt stabil. Wenig flexibel, und wenn sich der eine bewegt, muss sich der andere zwangläufig in die gleiche Richtung mit bewegen. In verschiedene Richtungen geht da gar nicht. Da muss man sich schon sehr einig sein.

Das Seil. Je nachdem, ob das Seil am Fuß oder am Arm oder am Kopf befestigt ist, hat man unterschiedliche Bewegungsfreiheit. Je nach Dicke des Seiles sehr stabil, ein bisschen starr aber noch. Die Länge des Seiles macht da einen großen Teil der Bewegungsfreiheit aus. Wenn man das Seil durchschneidet, ist es zerfranst. Das lässt sich nicht mehr flicken, ohne dass es an der gleichen Stelle wieder reißt.

Magnete. Sind sie weiter voneinander entfernt, dann haben sie keine Kraft aufeinander. Aber wenn sich der eine annähert, und der andere hat die richtige Polung, dann – flupppp! – hängen die beiden aneinander. Eng. Können sich aber auch wieder voneinander lösen. Wenn man das nicht zu oft macht, dann lässt die Anziehungskraft auch nicht nach. Es sei denn, man entfernt sich zu weit voneinander. Eine Verbindung und Beziehung, die man ihnen nicht ansieht, wenn nur der eine anwesend ist. Magnete können auch an anderen andocken, die die richtige Polung haben. Großartige Sache, das!

Das Gummiband. Finde ich persönlich super, weil es flexibel ist und auch unterschiedliches Tempo und Richtungen aushält. Und: wenn der eine sich weg bewegt, zieht es dennoch wieder zurück. Womit wir wieder bei Be-zieh-ung wären. Wenn beide sich gar nicht bewegen, wird das Gummi zu Klebstoff: es peckt, wird unflexibel. Was aber, wenn sich beide immer wieder weit weg bewegen, zurück gezogen werden, sich wieder weg bewegen, das über Jahre, und das Gummi ausleiert? Dann hat es keine Spannkraft mehr. Dann gibt es eine Ver-bind-ung, aber keine Be-zieh-ung mehr. Was macht man da? Neues Gummi einsetzen und es besser pflegen? Geht das überhaupt?

 

Kreislauf!

Hello. So beginnt Nils immer. Im Chat, per Mail, per Whatsapp. Nicht, dass er englische Wurzeln hätte, aber ein „hallo“ wäre zu normal, und er braucht den Auftritt. Er hat mir mal erzählt, dass er sich morgens vor den Spiegel stellt und diesem „Du bist der Geilste!“ sagt. Hervorragende Selbstsuggestion! Nils ist eher durchschnittlich, optisch wie beruflich, aber das spielt ja keine Rolle, weder für ihn selbst, noch für die Menschen, die ihn mögen. Und dazu gehöre ich. Nils hat ein gesundes Selbstbewusstsein, ohne ein Poser oder ein Arschloch zu sein. Er eignet sich als Coverer, als Stecher, als Freund, als Umzugshelfer (inklusive schleppen, alles die Treppen hochtragen und den Transporter in enge Winkel fahren), als Freund und Inspiration.

Er lockte mich mit einer Massage. Zu einem Kennenlernen bei ihm, an einem Sonntagmittag. Wir tranken einen Kaffee zusammen in seiner Küche, erzählten uns ein wenig über uns, kamen ins Knutschen, und kurze Zeit später lag ich auf seinem Bett, er drückte mir die Beine auf den Bauch und rummste mich derart in die Matratze, dass einem schwindelig werden konnte. Das Lustigste an unseren Begegnungen war immer, dass ER derjenige war, dem am Ende schwindelig wurde! „Kreislauf, Kreislauf!“ hechelte er, wenn er gekommen war. Herrlich.

Nils ist ehrlich und direkt, das schätze ich an ihm am meisten. Der Umstand, dass er mir eine Massage in Aussicht stellte, war auch nicht gelogen. Denn was konnte er denn dafür, dass ich unter Massage die Bearbeitung von Rücken und Nacken verstand, er aber die Titten meinte.

Mit Nils verbrachte ich tolle Stunden. Er war verlässlich, ein wenig berechenbar, aber vertrauenswürdig, und er sorgte sich um mein Wohl. Wenn wir uns für den Club verabredeten und ich ihn abholte, dann begrüßte er mich frisch geduscht und mit seinem Bademantel bekleidet an der Tür und rummste mich erstmal in sein Sofa. „So, jetzt geht’s erstmal.“ Im Club selbst war er dann entspannt genug, um zuzuschauen, wie ich von anderen gefickt wurde, er reichte Kondome, er passte auf, weil ich hinten keine Augen habe, er holte die Kerle ran, feuerte sie an und sagte ihnen, was die kleine Schlampe braucht. Nils war ein Gönner, ein Voyeur, ein Wifesharer. Und wenn ich ihn nach Hause brachte, rummste er mich noch durch. „Kreislauf!“

Nils stellte zweimalig seine Wohnung zur Verfügung, legte Matratzen in sein Wohnzimmer, ich besorgte Getränke und eine Kleinigkeit zum Essen, und dann machte er Fotos oder filmte, wenn ich von anderen gefickt wurde. Zwischendurch saßen wir alle zusammen und quatschten über Gott und die Welt. Und wenn die anderen verabschiedet waren, dann rummste er mich noch einmal durch. „Kreislauf!“ Morgens zum Kaffee gab es einen kleinen Joint, wir philosophierten über unser Leben und freuten uns, dass wir uns kannten.

Eines Morgens stand er vor der Terrassentür. Er muss gewartet haben, bis das andere Auto losgefahren war. Ich ließ ihn stirnrunzelnd rein, er schmiss mich auf den Küchentisch und nagelte mich einfach durch. „Jetzt kann ich zur Arbeit fahren. Und wisch das weg, da ist es nass geworden.“

Eines späten Abends – ich hatte gerade Besuch von jemand ganz Speziellem – klingelte mein Handy, und Nils rief an. Der andere, der mich gerade fickte, meinte „Geh ran!“ Und so ging ich ran, und Nils hörte an meiner Stimme, dass „ich habe gerade Besuch“ auch „IN meiner Möse“ beinhaltete. Die beiden passten insofern zusammen, als auch Nils genauso reagiert hätte (geh ran!), um den anderen zuhören zu lassen. Darum bin ich mir ganz sicher, dass beide ihren besonderen Spaß daran hatten, wussten sie doch beide, wie es sich anfühlt, in mir zu sein und wollten jeden anderen daran teilhaben lassen. Lust verdreifacht.

Es kam auch vor, dass er mich im Bademantel empfing, mir gleich die Augenbinde umband, mich zum Bett führte und mir dort die Brüste abband. Dann wurden Wäscheklammern an exponierten Stellen befestigt, und er fickte mich. Wenn ich Einwände nannte, hörte ich „Das wird schon gehen.“ Und es ging natürlich. Eines Tages spürte ich, dass er versuchte, etwas in mich hinein zu schieben, was dann letztlich aber doch nicht in mich wollte. Und währenddessen fragte ich mich, ob er mit dem Flaschenboden zuerst zu schrauben versuchte. Nachdem die Augenbinde weg war und ich das Teil in die Hand nahm („was zum Geier ist denn das?“), meinte er, seine Lavalampe sei herunter gefallen, und als er das Glasinnenleben in der Hand hielt, um es wegzuwerfen, drehte er es ein paarmal in der Hand und dachte „Luder!“ Er liebte es, mit mir zu experimentieren, war ich doch recht willig, dabei mitzumachen. Gegenstände und Gemüse in den Anus, dann Fotos davon knipsen. Eine lustige Zeit war das!

Und da er ums Eck wohnte, trafen wir uns auch regelmäßig. Dann zog erst ich weg, später er. Jetzt trennen uns zwar trotzdem nur 35 km, aber bis auf einen kurzen Besuch mit schlechtem Timing vor 2 Jahren schreiben wir uns nur noch und finden keine gemeinsame Zeit. Meine Bindung an den besonderen Mann an meiner Seite trug sicher auch dazu bei, dass Nils in den Hintergrund trat. An jenem Tag vor 2 Jahren stand er vor der Tür, kurz bevor ich Familienbesuch erwartete und klar Schiff machen musste. „Bück dich nicht so, sonst werd‘ ich rattig“, meinte er. Er würde aber auch rattig, wenn ich dies oder das tu – solange ich greifbar und er geil wie immer ist, kann ich nackt sein oder einen Sack tragen, denn dann will er mich über den Küchentisch beugen. Und während ich das schreibe, merke ich, dass ich ihm sofort mal eine Nachricht schicken muss, damit wir uns in Kürze endlich wieder sehen.

Matze

Als ich Matze kennen lernte, hatte ich viel Tagesfreizeit. Das nennt man so, wenn man keine Verpflichtungen hat und zuhause rumsitzen darf. Das machte mich sehr flexibel. Matze dagegen war nicht so flexibel: in viel freier Zeit an seine Wohnung gefesselt, weil er immer Bereitschaft hatte. Und ja, Matze war immer bereit. Auch bereit, mich zu empfangen.

Kaum war ich durch seine Wohnungstür, drückte er mich gegenüber an den Türrahmen, schob mir den Rock hoch, schob mir den String zur Seite und zwei Finger in die Möse. Kurze Zeit später schob er mir schon den Schwanz hinein. Erwähnte ich „bereit“? Mich machte vor allem die Dicke an, die zu der Zeit neu für mich war. Weil der Türrahmen aber für die Art Stöße, die wir beide wollten, zu unbequem war, schob er mich durch den Rahmen zum Bett. Warf mich hinauf, schob wieder den Schwanz rein, bis das Gummi Blasen warf und wechselte dann frech das Loch. Und während ich in dem Moment noch gedanklich aufschrie „nicht so schnell, der ist zu dick!“ war ich gleichzeitig überrascht, wie leicht und ohne diesen bösen Schmerz an der Schwelle er hinein glitt. All das dauerte keine Viertelstunde, da war die erste Pause angesagt. Welche aber auch nicht lange dauerte, weil wir beide ungeheuerlich heiß aufeinander waren. So heiß, dass ich mich sogar dazu hinreißen ließ, mich über ihn zu stülpen und ihn entgegen meiner Natur so zu ficken, dass trotz des dicken Schwanzes in mir ein Schwall an Flüssigkeit auf seinen Bauch spritze. Nie vergesse ich sein Gesicht dabei: dieses ungläubige und überraschte und hoch erfreute Strahlen, das ihn seine Augen aufreißen ließ. Dieses typische Gesicht, das ich immer wieder als seinen Spiegel meiner Lust erlebte, macht Matze zu jemandem, den ich immer gerne wieder treffe.

Auch dann, wenn ich umziehe und er mir netterweise einen Stapel kleiner, aber stabiler Kartons mitbringt, weil Bücher in Bananenkisten keine gute Idee sind. Noch immer bin ich ihm dankbar für diese 12 Kartons. Und dafür, dass er bei diesem kurzen Besuch in meinem Arbeitszimmer mal eben über mich herfällt, da ich ja sturmfreie Bude habe. Ein Herzchen, der Matze. Er weiß, was ich brauche.

Auch bei mir zuhause, schräg auf dem Bett, weil wir uns nie die Zeit nehmen, nach dem Betreten der Wohnung seinerseits Worte zu wechseln, sondern gleich die Position des geringsten Widerstandes seiner Finger einzunehmen, zeigt er dieses Gesicht. Seine Freude, meine fast blitzartig eintretende Nässe zu spüren und dadurch ohne Mühe die Hand in mir versenken zu können, ist ihm ins Gesicht geschrieben. Süß, dass er immer wieder so überrascht scheint, als wäre es das erste Mal, dass ich so reagiere. Scheint aber so zu sein, dass ich die einzige ihm bekannte Frau bin, die so unsäglich willig ist. Er genießt einfach, Teil dieser Lust zu sein.

Als ich in seiner Stadt im Krankenhaus festsitze und vor lauter Stress nicht daran denke, mir einfach ein Taxi zu meinem Auto zu nehmen und damit nach Hause zu fahren, kommt er natürlich in die Notaufnahme. „Was machst du denn für Sachen?“ murmelt er immer und immer wieder. Tröstet mich, scheint aber sogar besorgter zu sein als ich selbst. Das ist ein Freund ja, nicht nur ein Fickpartner. Er fährt mich nach Hause, plaudert auf dem Weg mit mir über meine Beziehung, setzt mich heile zuhause auf dem Sofa ab und drückt mich dann noch ein wenig mit dem Gesicht in die Sofakissen. Ein Schatz, der Matze. Stressabbau für uns beide.

Ein paar Monate später, wieder in dem Krankenhaus, diesmal geplant. Drei Tage lang fremdbestimmt darauf warten, dass ich von Abteilung zu Abteilung geschickt werde. Was liegt da näher, als sich auf einen Kaffee mit ihm zu treffen. Aber er sagt ab wegen eines Schnupfens. Wegen eines Schnupfens! Alter, wenn du nicht kommen willst, dann sei doch ehrlich zu mir! Nun, ich nahm es ihm übel. Aber ich hörte dann auch nur per Mail von ihm, und meinen Sarkasmus wegen des Schnupfens begriff er offenbar gar nicht. Hat mich gewundert, auch neulich wieder, wie begriffsstutzig er sich manchmal zeigt. Es sei ihm verziehen, er ist ein prima Kerl.

Neulich also, als ich weich war, war er wieder da. Plötzlich im Postfach. Der Matze kann sich nämlich nicht so gut entscheiden, ob er da oder weg sein will. Er ist das Paradebeispiel für Leute, die ihren Beziehungsstatus bei Facebook auf „Es ist kompliziert“ stellen. Wenn er das denn kommunizieren würde, denn er hat da kein so großes Sendungsbewusstsein. Jedenfalls war ich weich genug, um ihn ob der alten Zeiten willen auf einen Kaffee einzuladen. Es dauerte zwei Wochen, bis wir uns da einig waren, und dann dauerte es nur noch eine Stunde, bis er durch die Tür kam. Quatschen, sich auf den neuesten Stand bringen, meine Erläuterungen ignorieren, dass man über Beziehungskonzepte reden sollte, statt sich immer weiter reinzureiten, dann wieder Luders Gesicht in die Kissen drücken. Schnell noch ein Shirt unterlegen, um das Sofa nicht zu versauen, weil das auch als Gästeschlafcouch dient, ansonsten: wie in alten Zeiten.

Gerade ist er wieder weg. Nächsten Monat ist er sicher wieder da.

 

Mal laut gedacht.

Vor ein paar Minuten: Ich komme mit einem frisch erstandenen Shirt in der Tasche aus dem Geschäft. Die Tasche trage ich immer wie auf dem Foto, um sie nicht nur einseitig auf der Schulter zu tragen. Zugegeben, es ist eine andere Tasche gewesen, etwas größer, etwas voller, aber die wollte ich nicht so gerne abbilden. Ein Freund sagte mal zu mir: „Du solltest deine Tasche immer so tragen, das betont deine Brüste.“ -„Was glaubste, warum ich das so mache?“

402

 

Steigt da eine Frau auf ihr Fahrrad, vielleicht so alt wie ich, das ist wegen ihrer Sonnenbrille nicht gut zu erkennen. Während sie an mir vorbei fährt, sagt sie laut:

„Ich hätt’s ja noch enger gekauft. Mannmann.“

Und war in der nächsten Sekunde um die Ecke.

Das war aber ironisch gemeint. Vielleicht gar sarkastisch. Ich hab ein Feeling für sowas. Und zufällig habe ich mal aufgeschnappt, dass Ironie und Sarkasmus eigentlich verkleiden, dass man etwas anderes ausdrücken möchte, als das wörtlich Gesagte.

Was also will diese Frau ausdrücken?

  1. Ich find‘ Bodyshaming generell super und bringe das an den Mann oder die Frau, so oft ich kann und will. Hätt‘ ich auch gemacht, wenn du total dürr oder anderweitig hässlich aus meiner Sicht wärst, aber übergewichtige Menschen haben das besonders verdient.
  2. Wenn du schon so fett bist, dann kleide dich gefälligst in Säcken. Sieht zwar auch scheiße aus, und jeder sieht dann, dass du was darunter verbirgst, aber…. Ich weiß auch nicht, warum.
  3. Wenn du schon große Brüste haben musst, dann zeig‘ sie wenigstens nicht. Das gehört sich einfach nicht.
  4. Bei dem heißen Wetter bin ich schlecht drauf, und du hast nicht einmal Schweißflecken unter den Armen. Das lass ich dich spüren.
  5. Mein Ex hat mich wegen einer Frau wie dir verlassen, obwohl ich so schlank und sportlich bin, und darum bist auch du irgendwie Schuld daran.
  6. Ich hätte auch gerne so große Brüste und bin darum frustriert.
  7. Ich wäre auch gerne so selbstbewusst, dass ich trotz gewisser körperlicher Mängel anziehe, was mir gefällt.
  8. Generell kritisiere ich gerne an Menschen herum, traue mich aber nicht, das in einer offenen Auseinandersetzung auszutragen, sondern mache mich immer schnell aus dem Staub. Alternativ tu ich das auch anonym im Internet.
  9. Ich hatte schon lange keinen Sex mehr und bin darum frustriert.
  10. Ich habe seit langem nur noch schlechten Sex und bin darum frustriert.
  11. Mein Chef ist ein Arsch, ich schaff nicht, was ich schaffen will, meine Kinder sind verhaltensauffällig, die Schuhe, die ich anprobiert habe, passten mir nicht, und ich bin darum frustriert.

Weitere Vorschläge?

Wieso eigentlich nicht?

Der junge Mann mit den unglaublich empfindlichen Brustwarzen war gerade da. Zweieinhalb Stunden. 27 Grad im Schlafzimmer. Treffsicherer Griff seiner rechten Hand, mehrfach. Schweiß. Mösensaft. Squirtingflüssigkeit. Ein sehr geiler, nasser, befriedigender, leidenschaftlicher Abend.

Er möchte duschen. Natürlich wird es ihm gewährt, einfach weil es erfrischend ist. Und obwohl er als Begründung sagt: „Ich muss ja gleich noch Bus fahren, und ich möchte nicht, dass die anderen gleich riechen, was ich gemacht habe.“

Vornehm geht die Welt zugrunde.

Ich sitze lieber noch mit durchgevögelter „Frisur“, schwitzig und mit durch Nässe schrumpeligen Fingern da und genieße den Duft.

Stoff

Lauter alte Bekannte geben Stoff. Nicht in Form illegaler Drogen, noch nicht alle in Form körperlicher Höchstleistungen, sondern in Form von Geschichtenstoff. Vor allem erinnern sie mich daran, wie es mit ihnen begann.

Als ich neulich in der Krise steckte, haben sich gleich mehrere Männer, die ich seit Jahren kenne, nach langer Zeit wieder bei mir gemeldet. Und diesmal war ich empfänglich, weil weich. Derjenige, der sich über meine Massageliege freute, drückte es so aus: „Du wirktest in der Zwischenzeit sehr gestresst und eingebunden.“ Aus meiner Sicht war es vielmehr so, dass ich neuen Kontakten oft den Vorzug gegenüber den alten gab. Weil spannender, aufregender, neuer, frischer, unbekannter. Was insofern ziemlich dämlich von mir war, als ich schließlich sorgsam und oft akribisch auswählte, um die richtigen kennen zu lernen, um sie dann nach ein oder zwei Treffen nicht mehr zu pflegen. Manchmal wurde ich abweisend, wenn sie mir zu sehr auf die Pelle rückten, wenn sie auch damit nur weiterhin ihr Interesse an mir signalisierten. Eigentlich war ich also eine Zeit lang eine oberflächliche Zicke, die ihnen unrecht tat und sie damit zu weit links liegen ließ, obwohl sie rechts liegen sollten/recht/richtig für mich waren!

Umso besser also, wenn die Herren sich davon nicht beirren lassen und hartnäckig dran bleiben, dann zeigen sie wieder einmal, wie wertvoll sie sind. So wie der liebevolle Masseur, mit dem ich stundenlang über Dies und Jenes sprechen konnte und kann. Wir werden den Kontakt nicht mehr abreißen lassen.

Damals, vor etwa vier Jahren, fühlte er sich von meinem Nicknamen angezogen. Ich weiß sehr wohl, warum ich diesen Namen wählte, nämlich um damit eine gewisse Passung durch Literatur und Humor vorzufiltern. Er sprang an, ich sprang an, wir trafen uns zweimalig. Blieben schriftlich in Kontakt, da er aus familiären Gründen nicht immer so konnte, wie er wollte. Und ich bin die Letzte, die Männern hinterher steigt und dadurch Probleme in ihrem Alltag schafft. Nein, ich kann dann loslassen, da sie mich nicht brauchen. Wenn sie auch ohne mich glücklich sind, ist alles in Butter.

Der mit dem Ledersofa, vom dem ich wenigstens indirekt wusste, dass er seine außerhäusigen Aktivitäten aus gutem Grund einstampfte, flackerte auch einen kurzen Moment auf. Allerdings war für mich keineswegs überzeugend, dass er das Band zwischen uns ernsthaft ölen wollte. Weiß der Himmel, was ihn veranlasste, mir zu schreiben.

Dann jener, der mein erstes Hoteldate war. Ui, aufregend, einfach durch den Eingang und in den Fahrstuhl, weil ich die Zimmernummer wusste. Das fühlte sich irgendwie verboten an. Drei Male haben wir uns insgesamt getroffen, das letzte Mal vor 5 Jahren. Dann war sein Timing (zu dem er beruflich in meiner Stadt war) immer denkbar schlecht und ich konnte oder wollte nicht spontan sein. Als er mir begeistert vom Analfisting mit einem Date erzählte, bin ich schließlich ganz ausgestiegen. Nichtsdestotrotz werden wir uns bei nächster Gelegenheit wenigstens auf ein Getränk treffen. Um der alten Zeiten willen.

Von den anderen vier Reunions bzw. der Vorgeschichte wird zu einer anderen Zeit berichtet. Hiermit pflege ich wenigstens meinen Stoff, indem ich ihn vorsortiere und den Herren gedanklich die gebührende Aufmerksamkeit schenke.

Schuld

Hinterher. Kuschellaune. Da beginnen manche zu plaudern, die sonst panisch auf Diskretion bedacht sind.

„…und dann haben wir da noch ein Flittchen, die geht gar nicht.“

Ich werde hellhörig. „Was macht denn ein Flittchen aus?“

„Na, die trägt immer so kurze Röcke und hohe Hacken.“

„Ich trage auch oft kurze Röcke und High Heels.“

„Bei dir ist das was anderes.“

„Warum?“

„Die ist über 50, da macht man das einfach nicht.“

„Bis wann darf Frau das denn? Bis 49?“

„Du weißt genau, wie ich das meine!“

Weiß ich eben nicht. Darum frage ich ja. „Ist das alles?“

„Na, der sieht man schon an, dass sie auf Männerfang aus ist.“

„Wie nennst du denn das, was ICH mache?“

„Bei dir ist das was anderes, du machst das ja aus Spaß.“ (UND er hat mir eben Geld gegeben.)

„Und sie nicht?“

„Na, die will den Frauen ihre Männer ausspannen.“

„Schafft sie das denn?“

„Der eine oder andere ist schon auf sie reingefallen.“

„Was bedeutet das? Was ist dann passiert?“

„Hinterher gab es halt Ärger und Gerede.“

„Und daran ist alleine sie schuld?“

„Sie ist doch diejenige, die sich so anzieht und den Männern den Kopf verdreht!“

„Sag mal, wie viel Achtung hast du eigentlich für mich übrig?“

„Du tust doch niemandem weh, da ist alles paletti.“

An dieser Stelle entschied ich, dass es mir die Zeit nicht wert war, ihm seinen Denkfehler vor Augen zu führen. Falsches Setting, fehlendes Einverständnis. Lass ich ihn lieber wieder kommen. Das tut ja niemandem weh. Auch seiner Frau und seinem Kind nicht.