Glückskeks

Wir waren chinesisch Essen. Buffet. Pappsatt nahm ich mir zum Ende trotzdem einen Glückskeks aus der Schale. Der Spruch, den ich herauszog, lautete „Eine Einladung an einen Ort des Vergnügens.“ Sofort witzelte ich, ich würde sicher eine Mail bekommen mit dem Wortlaut „Hast du Lust, mit mir in den Swingerclub zu gehen?“ Alter Hut. Dann stellte ich fest, dass da ein zweiter Spruch drinnen war. „Jetzt können Sie es sich erlauben, etwas kürzer zu treten.“ Dazu fiel mir allerdings gar nichts ein. Trotzdem hängen diese Zettel seit einer Woche an meinem Kühlschrank, weil vielleicht Monate später die Prophezeiungen eintreffen könnten und ich dann eine Zuordnung vornehmen könnte. Schließlich bestätigte mir die Kellnerin, dass es nicht üblich ist, dass ein Glückskeks zwei Sprüche beinhaltet. „Sie haben ja ein Glück!“ Sagte ich das nicht schon vor zwei Wochen? Es musste also irgendetwas zu bedeuten haben. So wie ein Suchbild  – Die ersten drei Worte, die du hier findest, bestimmen dein Jahr 2017! – die Worte Arbeit, Wohnung und Habichschonvergessen hervor brachte. Das ist wie bei Horoskopen: die sagen Alles und Nichts aus. Das ist der Barnum-Effekt.

Heute ordne ich zu! Man wollte mich nicht mehr – nicht ausreichend qualifiziert und außerdem Quertreiberin mit großer Klappe. Zusätzlich musste ich mir später anhören, hier habe sich aber irgend jemand stark parfümiert. (Nur sie und ich waren in dem Gang, als sie das sagte.) Da ich jeweils nur einmal Pffft und nicht etwa Pffft Pffft Pffft mache, reagierte ich darauf nur mit „Finden Sie? Ich merke nichts.“ Aber meine Nägel sind ja auch zu rot und meine Schuhe zu hoch. Dies jedenfalls aus der Perspektive einer Frau (jünger als ich), die so attraktiv ist wie ein Stück Treibholz: Kann man urig finden und sich darum als Deko ins Bad legen. Kurz darauf wandert es in den Keller und wird irgendwann verfeuert.

Das also war Punkt „Arbeit“. Halt, es geht ja noch weiter! Erwähnte ich neulich, dass Krise und Veränderung auch eine Verbesserung nach sich ziehen kann? Das nämlich habe ich heute erfahren! Ich bin ein Glückskind und bekomme ohne jegliche Anstrengung und weitere Verzweiflung die nächste Chance. Durch eine „Einladung an einen Ort der Freude.“ Mit anderen Worten: Ich kehre zurück dorthin, wo ich schon einmal war. Wo ich mich zuhause fühle. Wo ich geschätzt werde und mehr als willkommen bin. Alle sind glücklich. Am allermeisten ich.

Bevor also in den nächsten drei Monaten noch mehr persönliche Spitzfindigkeiten den Besitzer wechseln und auch meine Handtasche oder die Länge meiner Röcke nicht mehr angemessen erscheinen, kündige ich. Und wir müssen uns nur noch zwei Monate abzüglich Urlaub und Überstundenabbau ertragen. Himmel, wird das ein Spaß morgen!

Jetzt warte ich auf „Wohnung“ und „kürzer treten“.

Ja, die Hormone.

„Tun Sie mir den Gefallen: Gehen Sie gleich raus in die Sonne, sonst werden Sie mir noch krank. Ich muss Ihnen nicht erklären, was die Hormone mit uns anstellen.“

Das war Donnerstag. Sie hatte Recht. Es tat mir gut, lichtete die Dunkelheit in mir.

Freitag und Samstag ging es mir richtig gut. Es war klar: ich werde kämpfen! Denn so geht das nicht – nicht in unserem Haus und erst dreimal nicht in unserer Abteilung! Da hat sich jemand zu weit aus dem Fenster gelehnt. Ich redete weiterhin mit mir selbst und klärte mich, schmiedete Pläne, an welche Personen und Gremien ich mich wenden würde, wem ich mailen würde, was ich vorbringen und fragen würde. Der Nebel verschwand, und ich war wieder klar, gefasst, positiv gestimmt.

Heute Früh wache ich auf. Hell. Das Handy liegt neben meinem Bett, weil ich es auch immer als Wecker nutze. Meeresrauschen weckt mich dann. Ansonsten ist es ständig stumm und kann darum auch nicht meinen Schlaf stören, der in der Regel sehr tief ist. Viertel vor 8. Also wanke ich in die Küche, nehme meine Tabletten, setze Kaffee auf. Gehe ins Wohnzimmer. Viertel vor 7. Dies ist eine Funkuhr. Gehe wieder in die Küche. Schaue noch einmal auf die Wohnzimmeruhr. Aber… Notebook sagt auch „Viertel vor 8“. Hab ich denn in den letzten Jahren mein Handy und das Notebook umstellen müssen bei der Zeitumstellung?

Verwirrung. Die Wohnzimmeruhr läuft doch. Habe ich die mal umstellen müssen? Was ist da passiert? Muss ich die Batterie wechseln? Verwirrung. Die Hormone, das merke ich am fiesen Ziehen im Unterleib. Heute ist also kein guter Tag, um klar zu denken und Entscheidungen zu treffen.

Alles wiederholt sich

Hab ich es mit dem letzten Beitrag herbei geschrieen? Herbei geschrieben? Ich gehöre nicht zu den Menschen, die wirklich daran glauben, dass auf gute Zeiten unweigerlich schlechte folgen müssen.

Umso mehr frage ich mich heute, was mit mir verkehrt ist. Zweifle an mir, ob ich so verkorkst-rebellisch-anti Autoritäten-von der Vergangenheit gebrannt bin, dass ich das Maß verloren habe.

Ich habe Kopfschmerzen vom Rotz und von der Wut. Von der Enttäuschung. Und ich weiß, dass es mir heute scheiße gehen darf, das hat die Ärztin mir bestätigt. Ich weiß, dass es normal ist, heute zu zweifeln, mich selbst zu bemitleiden, und genauso weiß ich auch aus früheren Krisen, dass alles wieder gut werden wird. Vielleicht sogar besser. Das bewies mir meine Vergangenheit: „Am Ende ist alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“ Vorhin im Auto, noch heulend und zitternd, sagte ich mir laut: „Ich bin ein Glückskind! Mir wird etwas widerfahren, so dass alles gut wird!“

Aber jetzt im Moment sind die Zweifel da. Das Zögern, ob das und das und das was für mich wäre. Überall finde ich ein ABER, ich sehe heute vor allem meine Grenzen. Das ist normal, das ist ok. Ich muss das aushalten. Und dennoch muss ich loslassen, rauslassen, reden. Das tu ich seit Stunden. Mit Freunden, ehemaligen Kollegen, vor allem mit mir selbst. Ich habe bereits Stichworte für folgende Gespräche notiert, um all das Gute und Richtige, was in meinem Kopf herum schwirrt, bei all der Verwirrung nicht wieder zu verlieren. Der Spaziergang um den See und das Sitzen auf der Bank in der Sonne haben mir gut getan. Aber da sitzt immer noch so viel fest, darum tut mir ja der Kopf so weh. Ich hasse es. In den letzten Jahren habe ich mich vor genau dieser Situation schützen wollen, konnte sie aber nicht verhindern. Momentan grüble ich sogar eher darüber nach, ob ich nicht im Sinne einer Selbsterfüllenden Prophezeiung das Geschehene forciert habe (s.o. rebellisch…)

Mit einem kann ich heute nicht reden. Ich könnte, aber ich will nicht. Das letzte, was ich gebrauchen kann, sind Weisheiten und Erfahrungen aus seiner Perspektive. Lösungsorientiert. Generalisierungen aus Erlebnissen, die sich nicht im Geringsten auf meine Situation übertragen lassen. Ich würde ungerecht werden in meiner jetzigen Stimmung, darum spare ich es mir lieber gleich und bleibe für mich. Rede mit mir. Mit diesem Monitor. Lasse raus, sortiere, leide.

(Und – oh Wunder – er versteht es nicht.“Manchmal muss man eine Hürde überwinden, damit man Erleichterung finden kann.“ GENAU SOLCHE Ratschläge kann ich gerade NICHT gebrauchen!)

Verzeihen muss ich irgendwann. Heute fühlt es sich noch unmöglich an, heute möchte ich lieber eine Voodoo-Puppe basteln. Immerhin habe ich ein kleines bisschen einer anderen Frau verziehen, indem ich sie heute angerufen habe. Aber irgendwie fühlte es sich nicht so erleichternd an, wie ich gehofft hatte.

Erst einmal drüber schlafen. Morgen ist ein neuer Tag.

 

Reibungslos

Bin morgens ausgeschlafen aufgewacht, ohne dass mich ein Wecker aus Träumen reißen musste, und ich hatte Zeit.

Das Spiegelei schmiegte sich perfekt in die kreisförmig eingerollte Baconscheibe.

Die Zuckerpaste hatte auch nach drei Wochen noch die richtige Konsistenz und griff wunderbar. Die Reste konnte ich problemlos mit dem Epilierer entfernen. Das Sonnenlicht im Wohnzimmer zeigte mir auch alle Haare an Möse und Unterschenkeln, an die ich noch ran musste.

Die Spülung war nach dem dritten Mal fertig und ich blitzesauber.

Der Plug blieb dort, wo er hin sollte, so dass ich zur vereinbarten Zeit nur die Tür aufdrücken musste und meinen nackten Arsch bepluggt in seine Richtung strecken konnte. Wie er sich an mich heran schlich und mich bespielte, machte mich außerordentlich heiß, wusste ich doch, dass ich ihn einfach machen lassen konnte und er alles so tun würde, dass wir beide unseren Spaß haben würden. Das alles macht mich so nass, dass er sich endlich den Wunsch erfüllen konnte, sich in mich hinein zu schrauben. Als er die Hand wieder heraus zog, platschte es auf mein Bett. Am Ende mein Kopf auf der Bettkante, sein Schwanz in meinem Hals. Ich liebe es, wenn er das tut.

Pünktlich nach 33 Minuten ging er aus der Haustür.

Die Dinge, die ich auf meinem Einkaufszettel hatte, waren allesamt im Angebot. So blieb noch mehr übrig, als ich gehofft hatte.

Den Flirt von Dienstag nahmen er und ich wieder auf, um ihn voran zu treiben. Wir sind rattenscharf aufeinander.

Die perfekte Suppe, weil die perfekten Zutaten drin sind. Ich muss sie nicht teilen, sondern kann sie alleine essen.

Ein neuer Flirt mit spontaner Begeisterung von beiden Seiten. Da ich mich heute Früh schon akribisch vorbereitet habe, muss ich gleich nichts mehr tun, sondern nur noch unter die Dusche springen.

 

Eigentlich müsste doch jetzt mal was schief laufen.

 

 

Aufgeräumt

SMS von ungespeicherter Nummer: „Hey! Weißt du noch, wer ich bin?“ – „Tut mir leid, ich lerne keine Nummern auswendig.“… 10 Minuten später frage ich nach: „Wer bist du denn?“ Keine Antwort. Zwischenzeitlich hatte ich unter meinen Kontakten drei Nummern unter jeweils ? abgespeichert. Dann aber auch wegen Nichtsweiterpassiert gelöscht.

Whatsappnachricht von unbekannter Nummer ohne Bild. „Hallo. Wie geht’s dir?“ – „Wer ist denn da?“ – „Stefan.“ (Diesen Namen kann man auch durch Christian oder Andreas oder 100 andere Namen ersetzen.) – „Welcher Stefan?“ – „Wir beide hatten mal einen erotischen Kontakt.“ Super. Das hilft mir ungemein. „Welche Art erotischer Kontakt denn? Haben wir uns getroffen?“ – a) „Ja. Bei dir.“ Ich dreh gleich durch! „Und wann etwa war das, und wie haben wir uns kennen gelernt?“ – „Weiß ich nicht mehr.“ b) „Ich glaube nicht.“ – „Und woran lag es, dass es mit uns beiden nichts wurde?“ – „Weiß ich nicht mehr.“ Zwar hat dies einen gewissen Informationsgehalt, aber nicht genügend viel, als dass ich offen antworten könnte.

Nun. Ich hab‘ in der Vergangenheit immer mal Nummern gelöscht. Entweder, weil mir jemand echt krumm gekommen ist und ich mir sicher war, dass ich mit ihm ohnehin keinen Kontakt mehr würde haben wollen. Oder weil ganz viel Rumgeeiere stattgefunden hatte und ich es leid war, dass diese Nummer mir im Wege herum stand. In einigen wenigen Fällen habe ich diese Nummer dann in ein Adressbuch geschrieben. Alphabetisch sortiert, versteht sich.

SMS oder Whatsapp, hab ich vergessen. „Hallo, wer ist denn da?“ – „Wer ist denn DA?“ – „Markus. Und du bist Eva?“ Hm, du traust also deiner eigenen Namensspeicherung nicht. „Nein, bin ich nicht.“ – „Ich hab dich unter Eva gespeichert, weiß aber nicht mehr, wer du bist.“

Ja, das kann ich bestens nachvollziehen, Andreas, denn ich habe auch keinen Plan, wer du bist. Irgendwann schrieb ich mal einem unregelmäßigen Kontakt: „Hey, Kleiner, hast du Bock auf Schweinereien? Ja, nein, vielleicht.“ Er antwortete: Nein, du bist mir zu haarig! *tränenlachsmiley*“ Moment mal… Da hatte er mich unter dem Namen eines Sportkollegen abgespeichert und dies vergessen! Wir konnten das Missverständnis immerhin aufklären. Öfter allerdings enden diese Fragespiele im Schweigen und Nichtwissen.

Und neulich fragte mich mein Vermieter, ob ich per WA ein Foto des zu reparierenden Teils senden könnte. Ob ich denn noch seine Nummer hätte. Blätter…. scroll…. Stunden später… scroll…. Nein, hatte ich nicht mehr. Dies war der Auslöser dafür, meine lange und zugemüllte Kontaktliste auszumisten.

Da standen Namen, alter Falter, die ich nicht einmal zuordnen konnte! In manchen Fällen war ein Kürzel dahinter, so dass mir die Kontaktplattform auf die Sprünge half. Manchmal suchte ich parallel in Whatsapp unter „neuer Chat“, ob er denn ein Foto hat, das ich zuordnen kann. Das half ein paar Male, aber nicht immer. Viele Nummern hatte ich auch einfach nicht gelöscht aus Gründen wie „man weiß ja nie“, und das hat sich auch etliche Male gelohnt. Manche haben den Kontakt mit mir abgebrochen, und trotzdem behielt ich die Nummer, um mich an den Arsch zu erinnern. Aber wenn ich 3 Marios finde und keinen Plan habe, wer welcher ist, dann muss ich was tun. 5 Jahre und unterschiedliche Plattformen mit unterschiedlichen Motiven und Zielen haben da einiges zusammen kommen lassen.

Nun stecken 85 Nummern in einem Karteikasten. Numerisch sortiert von 0151 mit aufsteigender Rufnummer bis 0178… Lauter Nummern, von denen ich weiß, dass ich sie ohnehin nie wieder aktiv nutzen werde oder im dringenden Fall anders Kontakt mit ihnen aufnehmen könnte. Und das sind nur die, die ich aus den Kontakten auch gelöscht habe. Wenn mich JETZT jemand antickert: „Naaaa, rate mal, wer hier ist!“, dann blättere ich in dem Karteikasten und antworte „André, alte Säge! Dass du dich auch mal wieder melden würdest, hätte ich ja nicht gedacht!“ oder alternativ „Jörg. Hab ich nicht gesagt, du sollst dich verpissen?“

Und wehe, ich hab‘ mir die Arbeit umsonst gemacht.

Nackt philosophieren

So nannte er unser zweites Date. Er nannte es nicht „Salat und Lachs mit Rotwein“, auch nicht „Kuschelsex mit 69“, sondern eben „nackt philosophieren“. Das Hinterher war das, was uns beide wirklich befriedigte. Vertraut und entspannt über aktuelle politische Themen, die Ausbeutung der Natur und „die Erde hat Mensch“, den Kern von Weltreligionen, ob wir ein bisschen mehr Kommunismus brauchen könnten, unsere eigenen Beiträge für eine bessere Welt und Vieles mehr zu reden, zu erörtern und diskutieren und die eigenen Ansichten zu sortieren.

Ja, genau das ist es, was für mich guten Sex ergänzt: die Begegnung auf ganzer Linie. Meinen Körper zu ficken, das könnte wohl jeder schaffen. Mein Hirn zu ficken dagegen nicht.

Neues!

Ein Mann, der abgeht wie eine Rakete, wenn ich ihm die Nippel lecke, knabbere oder beiße… hui, das ist lustig, das macht Spaß! Er hat zwei Knöpfe, mit denen er von 0 auf 100 kommt, und die ich betätigen kann! Dieses Gefühl besonderer Macht gefällt mir.

Er ging auch vorher schon ab, nachdem wir uns auf meinem Sofa kennen lernten und er mir beichtete, dass er mit dem Alter und dem Wohnort gemogelt hatte, um von seinem beruflichen Umfeld nicht erkannt zu werden. Dafür habe ich VOLLSTES Verständnis. Und da ein Jahr mehr und 30 km weniger keinen unangenehmen Unterschied machten und wir schlichtweg kompatibel waren, ergriff er nach etlichen auf hohem Niveau gewechselten Worten die Initiative und küsste mich. Erst vorsichtig, dann fester. Vielleicht sollte ich dazu übergehen, das Sofa bei solchen ersten Dates auszuziehen und die Kondome unter den Wohnzimmertisch legen, denn es ist doch immer das gleiche: das Küssen wird wilder, Hände greifen in Haare (er hat Locken! ein Traum! als ich sein Foto das erste Mal sah, rief ich innerlich: fick mich!) Hände suchen sich den Weg unter Shirts, zwischen Beine, Oberteile werden dem anderen vom Körper gezogen, Gürtel geöffnet… ja, und dann wechsele ich doch ins Schlafzimmer.

Wobei, dieser Ortswechsel brachte noch eine heiße Dynamik in das Tun. Er zog sich auf dem Weg zum Schlafzimmer die Hose und die Socken aus, drückte mich dann an die Tür des offenen Zimmers, küsste weiter und fummelte mir dabei die Hose runter. Auf den letzten Zentimetern zog er sie mir aus und steckte gleich die Zunge in mich, während ihm gleichzeitig ein mhmmm entfuhr. Wieder zu mir hochkommend, leckte er mir über den ganzen Körper, küsste mich wieder fest und drückte mich dann auf das Bett, um sein Gesicht zwischen meinen Beinen zu vergraben. Gut so. Ich mag Männer, die Prioritäten dieser Art setzen. Er fingerte fix so kunstvoll, dass meine Bettdecke nass wurde (schon wieder *augenroll* Notiz an mich: bei ihm nächstes Mal gleich Gummilaken unterspannen) und er vor lauter Begeisterung nicht mehr wusste, wo ihm der Kopf und der Schwanz standen, denn das hatte er bisher noch nicht live erlebt. Er wurde so wild, dass er auf mein „die Kondome sind da drin“ die Schublade gleich ganz aus der Kommode pfefferte und einfach nach dem nächstbesten griff. XL. Wär nicht nötig gewesen, funktionierte aber.

Es folgte ein kreatives Bugsieren meiner Beine mal hierhin und mal dorthin, damit er testen konnte, wie ich je nach Stellung und Winkel auf ihn reagierte. Ich reagierte fast ausnahmslos mit Freude und Lust, bis auf das Abstützen seiner Hände mit voller Kraft auf meinen Brüsten. Das dauerte aber nicht lange, wahrscheinlich brauchte er diesen Gegendruck nur am Ende, um mich und sich noch einmal heftig kommen zu lassen. Schweiß tropfte von der Stirn. Locken zersaust. Glückliche Gesichter. Meine rechte Brust zieren noch heute 2 definierte blaue Flecken.

Verschnaufpause. Gemeinsam feststellen, was für eine gute Idee es war, sich zu treffen. Gespräch über Dies und Das. Schweiß trocknen lassen. Dabei nebenbei den anderen Körper streicheln. Und hui, da entdeckte ich die Empfindlichkeit seiner Brustwarzen und -höfe. Welche auch auf dieser glatten Brust am sportlichen Körper sehr attraktiv aussehen und einladen, daran zu spielen. Er kommentierte, wie sehr er das möge, obwohl dies nicht nötig gewesen wäre, weil ich für den Effekt einen anderen Maßstab heranziehen konnte… Ich spielte mit Druck und Geschwindigkeit, mit Fingern, Lippen, Zunge und Zähnen. Holla die Waldfee: wenn mir jemand derart fest an den Nippeln beißen würde, würde ich stoppen wollen, er dagegen wollte noch mehr und erhielt mehr. Mit gleichzeitigem Handjob. Ein Teil landete auf seinem Bauch, der Rest an mir, so dass ich auch etwas zum Einmassieren hatte. Witzig und verrückt fand er das. Naja, nicht jeder 30-jährige ist eine Drecksau oder mag Dirty Talk. Bei ihm vermisste ich das nicht.

Vor Jahren traf ich schon einmal einen Mann, der ähnlich empfindlich war wie dieses Schnittchen. Er hieß sogar genauso. Und ich kenne noch einen Mann mit dem gleichen Namen, den ich aber seltener sehe. Bei nächsten Mal werde ich eine Theorie mal an ihm überprüfen. Zweite Aufgabe nach diesem Date: den etymologischen Unterschied zwischen „merkwürdig“ und „bemerkenswert“ herausfinden. Da waren wir uns nämlich trotz aller Gemeinsamkeiten über Wert und Gebrauch von Sprache nicht einig.

 

Mein Blog.

Als ich dir nun genauer vom letzten Date erzähle, meinst du „Du bist eben wie ein Porsche: Du kannst nicht mit 30 durch die Fußgängerzone. Du musst einfach 200 fahren.“ Wenn ich auch gebremst fuhr, also mit allenfalls 100…

Aber dann erwähne ich, dass wir über das Geschichtenschreiben sprachen. „DU schreibst Geschichten?“ Ja. „Ich habe noch nie was von dir gelesen!“ Tu ich aber. „Okeee.“ Da höre ich Enttäuschung. Vielleicht ein klein wenig Misstrauen? Ich höre unausgesprochene Fragen. Darum beantworte ich sie einfach.

Als ich dies hier anfing, wusste ich noch nicht, wie sich das entwickeln würde. Es entwickelte sich eben. Ich fand heraus, dass das Schreiben mich sortiert, dass es Erlebtes rund und vollständig für mich macht. Dass es mich befreit, oder dass es mich noch einmal daran Erfreuen lässt, was geschehen ist. Manche Beiträge sollen vor allem unterhalten. Andere schreibe ich mehr für mich, als für andere, dennoch hilft mir das in verständliche Worte fassen, so dass es andere verstehen beim Sortieren. Auf manche erhoffe ich mir Reaktionen, auf andere brauche oder will ich gar keine. Manche Beiträge erklären mich, stellen mich dar. Natürlich will ich auch gefallen. Bei anderen Beiträgen ist mir das wurscht, was jemand anders darüber denkt. Es ist tatsächlich ein bisschen Tagebuch geworden, aber auch ein bisschen Entwicklung meines Denkens, meines Ausdrückens (Ja, das ist ein Neologismus. Ich darf das.), ein gelungenes Experiment.

Du kennst mich, und du hinterfragst mich. Das liebe ich an dir. Aber du würdest meine Geschichten hinterfragen. Würdest sie analysieren, wie du das eben gerne tust. Würdest verbessern und ergänzen und wissen wollen, warum ich denn da was und wie und weshalb. Das kann ich nicht brauchen. Wenn ich etwas für mich abrunde, dann will ich nicht, dass du da wieder Ecken raus frisst.

Es gibt nur zwei Menschen, die diesen Blog und mich persönlich kennen. Beiden vertraue ich. Dem ersten, weil ich ihm egal genug bin, dass er das, was er von mir persönlich weiß und was er hier liest, getrennt voneinander betrachten kann. Der seine Geschichten vermutlich aus ähnlichen Motiven schreibt wie den meinen. Ein bisschen bestimmt. Dem anderen vertraue ich, weil er diskret ist, und weil er weiß, wie wichtig Diskretion ist. Er gibt mir Rückmeldung, aber er zerpflückt nicht.

Du dagegen bist die Indiskretion in Person. Du plauderst anderen gegenüber Intimitäten von dir bekannten Personen aus, ohne darüber nachzudenken, ob das angemessen ist. Ob das Gegenüber diese Intimitäten überhaupt wissen möchte. Du meinst es nicht böse, sondern du bist offen und magst offene Menschen und schließt zu gern von dir auf andere. Und du wärst stolz auf mich, das weiß ich. So stolz, dass du weiteren Menschen ausplaudern würdest, dass deine Liebste einen Blog unter dem Namen … ja, bist du denn von allen guten Geistern verlassen?

Einer der Männer stand einmal in meinem Wohnzimmer und staunte „L, du bist der offenste Mensch, der mir je begegnet ist!“ Ja. So bin ich gerne. Aber auch ich darf meine Geheimnisse haben.

Und deshalb kennst du den Link zu diesem Blog nicht. Auch V. wird ihn dir nicht geben, da vertraue ich ihm. Ansonsten müsste er leider sterben.


 

Einmal hin, alles drin.

„Sowas gibt es noch?“ fragt mich mein Schatz, als ich ihm knapp antworte, wo ich ihn denn kennen gelernt hätte. Oh doch, ich nehme sogar an, dass viele Menschen potentielle Partner/Liebhaber beim Einkaufen aufreißen, im Alltag, ganz zufällig und nebenbei. Für uns ist das nur so ungewöhnlich, weil wir sonst unkonventionellere Wege gehen.

„Sammeln Sie Treuepunkte?“ fragt mich die Kassierin. Ich sage „Nein, die hätt‘ ich nicht verdient.“ (und singe die Zeile innerlich). Auch auf die Gefahr hin, dass die Adressatin das Lied „Herrenabend“ nicht kennt, antworte ich gerne so. Wahrheitsgemäß. Er kennt es vermutlich auch nicht, dennoch reagiert er. Als ich am Packtisch meinen Kassenzettel verstaue und die Einkäufe platzsparend in meinen Korb verpacke, tritt er neben mich und flüstert: „Sind Sie fremd gegangen?“ Ich schaue ihn an. Sehe blitzende Augen. Lachfältchen. Dreitagebart, rasierte Glatze. Ein paar Jahre älter als ich. Lächeln. Mit festem Blick erwidere ich: „Nein, mir ist keiner der Männer fremd, mit denen ich ins Bett gehe.“ Woraufhin er schallend lacht und meint, ich würde ihm gefallen. Ich lache zurück, ja, das würde ich öfter hören. Sofort stellt er sich vor. Und in diesem Kontext mag ich das. In anderen nicht, da geht mir das zu schnell, aber im Alltag, wo Menschen viel zu oft grußlos und anonym und gleichgültig aneinander vorbei gehen, gefällt mir das. Wir plaudern ein wenig darüber, dass es doch so leicht sein kann, sich kennen zu lernen, wenn man nur mit offenen Augen und Herzen durch die Welt geht, um dann zufällig jemandem zu begegnen, mit dem man sich unverkrampft unterhalten kann. Dieses Unverkrampfte erhalten wir uns auch, als wir feststellen, dass der jeweils andere lauter Lebensmittel für ein (dann sehr wahrscheinlich) leckeres Essen eingekauft hat und wir uns kund tun, dass wir gerne kochen. „Gehen Sie denn auch gerne mal Essen?“, will er wissen. Natürlich täte ich das, was ihm denn da so vorschwebe. Und so kommt es, dass wir uns für den kommenden Abend zum Essen beim Inder verabreden, der schräg gegenüber von mir ist (was er zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht weiß).

Als wir einen Tisch bekommen, denke ich an die Dates zurück, die ich bei diesem Inder in den letzten Jahren hatte. Mit Micha war ich hier. Mit Jörg. Mit jemandem, dessen Namen ich vergessen habe, nicht aber das Essen, das ich hatte. Er könnte Thomas geheißen haben. Der war der allererste Mann überhaupt in meinem Leben, von dem ich den klassisch-klischeehaften Satz „Gehen wir zu dir oder zu mir?“ hörte. Gott, fand ich das geil an diesem Abend, endlich die Wahl zu haben!

Mit ihm rede ich über Indien, über anderes Essen, über das Geschichtenschreiben, über Kinder, über gescheiterte Ehen. Und als das Restaurant zwei Stunden später leer wird und ich ihm ein Buch mit einer Geschichtensammlung zeigen möchte, lade ich ihn noch auf einen Tee (mangels Espresso) in meine Wohnung ein. Noch immer unverkrampft. (Um das mal vorweg zu nehmen: es bleibt auch unverkrampft bis zum Ende.) Wir trinken den Tee auf dem Sofa, völlig stillos aus Kaffeebechern. Dabei streichelt er mir den Rücken über dem Kleid, den Nacken im Ausschnitt, nur mit den Fingerspitzen. „Du hast ja kalte Hände.“ merke ich an, dabei frage ich mich, ob das seine Nervosität ist. Ich nehme seine Hände in meine, um sie zu wärmen. Ich kann das, weil ich eine untypische Frau bin – immer warme Hände und Füße. Das fällt auch ihm auf. Und meine Geste scheint ihn dahingehend zu ermutigen, dass er fragt „Und meine Lippen?“ Kuss. Warm!

Und wie das halt so ist, ne, ein Kuss ergibt den nächsten, eins führt zum anderen und schwuppdiwupp und hastenichtgesehen finden sich beide plötzlich im Bett wieder. Einer nackter als die andere. Aus Gründen.“Mir macht das nichts aus, dass du deine Tage hast.“ – „Mir aber!“ Es ist immer das Gleiche. Ich denke: so ein Tag der Tage ist die ideale Gelegenheit für ein erstes Kennenlernen. Und kurze Zeit später beschimpfe ich mich innerlich und ärgere mich und quäle mich, weil ich doch immer so geil werde, dass ich mich vergessen will und mir das immer selber einbrocke, dass ich dann nicht richtig ficken kann! Mann! Aber da es ihm wirklich nichts ausmacht, beschäftigt er sich auf interessante Art und Weise mit allem, was nicht durch Stöpsel verrammelt ist. Und auch trotz Stöpsel. Dass er so fasziniert und begeistert ist, mag daran liegen, dass er selber in dieser Hinsicht noch im Urwald lebt. Komischerweise störe ich mich dieses Mal nicht so sehr daran, wie ich das von mir selbst erwartet hätte. Naja, vielleicht ist er nun inspiriert, wenigstens mal mit einer Schere zu experimentieren. Es wird heiß und heißer und wild und leidenschaftlich, so dass auch er schließlich ein Happy End einer Art hat, dass ihm das Hirn weg fliegt. Ich höre sowas.

Wir wollen das fortsetzen. Vertiefen. Sehr vertiefen! Vorausgesetzt, meine Nachricht heute Früh nach seinem „In der Nase habe ich noch deinen Duft. Und meine Zunge befühlt noch die steife Weichheit deiner Muschi  mit dem Geschmack, der mich steif werden lässt! ummmm… lecker!“ mit einer erweiterten Information über meinen Beziehungsstatus schreckt ihn nicht ab. Dies war nämlich das Einzige, was sich für mich im Nachhinein falsch anfühlte – es versäumt zu haben, ihn darüber ins Bild zu setzen.

 

 


 

Ein paar Gedanken zur „offenen Beziehung“

Kein Plädoyer dafür, dass dies die einzig wahre oder richtige Beziehungsform für Jedermann und zu jeder Zeit ist. Mitnichten. Wer in einer geschlossenen Beziehung glücklich ist, hat uneingeschränkt meinen Segen. Sofern beide Partner damit glücklich sind, wohlgemerkt.

Aber ein paar Differenzierungen für diejenigen, die sagen: wer eine offene Beziehung führt, kann nicht richtig lieben. Verliert sich im Sex. Ist bindungsunfähig. Muss emotional gestört sein. Ist wahllos. Macht alles und mit jedem. Auch hier: mitnichten!

Offene Beziehungen können sehr bunt sein. Ebenso wenig wie bei klassischen geschlossenen Beziehungen sprechen wir hier von einer homogenen Gruppe von Personen, auf die pauschal anwendbare Urteile zutreffen.

Eine Beziehung, die nicht einvernehmlich offen ist, das heißt, in der einer der Partner ohne das Wissen des anderen auch sexuelle Beziehungen zu einer oder mehreren Personen unterhält (gleichzeitig oder nacheinander), ist wohl die typische „Fremdgeh-Situation“ in der klassischen Paarbeziehung. Pauschal zu verurteilen. Richtig? Betrug, richtig? Ich behaupte: nicht unbedingt. Ich behaupte: hier gibt es ganz andere Probleme innerhalb der Beziehung, welche Kommunikation erschweren oder unmöglich machen. Eine generelle Konfliktvermeidung z.B., Mangel an Empathie, Mangel an Selbstreflexion, was eigene Bedürfnisse angeht, etc. Vermutlich würde ich, wenn ich intensiv suchen würde, eine Studie dazu finden, aber ich erhebe nicht den Anspruch auf lückenlose Erörterung, sondern sammle nur Gedanken dazu. Wenn die Alternative zur Nichteinvernehmlichkeit die Trennung wäre, welche aus diversen Gründen noch weniger denkbar wäre, dann kann das „Fremdgehen“ eine Beziehung aufrecht erhalten, vielleicht sogar stabilisieren. Der Fremdgeher ist ausgeglichener, das zieht seine Kreise, alle sind zufriedener. Für eine gewisse Zeit zumindest kann das funktionieren. Langfristig eher nicht, denn da sind ja noch die anderen Probleme innerhalb der Beziehung, die diesen Weg überhaupt haben notwendig sein lassen…

Dann stellen wir uns die einseitig offene Beziehung vor, in der eine Einvernehmlichkeit darüber besteht, dass der eine Partner auch Beziehungen zu anderen unterhält. Vielleicht ist diese nur zähneknirschend, damit der andere überhaupt bleibt, ein Kompromiss. „Tu es, aber ich will davon nichts wissen.“ Vielleicht ist diese Einvernehmlichkeit aber auch durch Gespräche über gemeinsame Ziele, über gemeinsame Unzulänglichkeiten trotz der Liebe zueinander entstanden. Einer behindert, lustlos, oder auf sonst irgendeine Art beeinträchtigt, dem anderen aber nicht im Wege stehen wollend, die Bedürfnisse zu befriedigen. Wer will verurteilen, wenn ein Paar so entscheidet?

Dann gibt es die offene Beziehung, in der beide Partner gleichberechtigt sind, Beziehungen zu anderen zu unterhalten. Bunt, bunter, am buntesten, denn auch diese müssen nicht beinhalten, dass alles erlaubt ist. Sie können sich sehr durch (idealerweise) gemeinsam ausgesprochene Regeln unterscheiden, durch welche die Exklusivität der Liebesbeziehung des Paares zu den sexuellen Kontakten mit anderen abgegrenzt wird. Manchmal entwickeln sich die Regeln erst aus der Erfahrung, was für den einen oder beide in Ordnung ist und was sich falsch anfühlte, auch abhängig von der Art und Weise, wie intensiv, wie oft, ob überhaupt mit dem Partner über die anderen Kontakte gesprochen wird, wie viel vorher, wie viel hinterher. Es geht hierbei also darum, wie viel „Alleinstellungsmerkmal“ die Liebespaarbeziehung (oder Hauptbeziehung) gegenüber den anderen Personen hat:

  • Küssen erlaubt bzw. erwünscht – ja/nein
  • Welche sexuellen Praktiken erlaubt – ja/nein
  • Freizeitbeschäftigungen außerhalb sexueller Aktivitäten erlaubt – ja /nein (und wenn ja welche…)
  • Übernachtung beim anderen erlaubt – ja/nein
  • Information und Erlaubnis vorher nötig – ja/nein
  • Lebenszeichen zwischendrin abgeben  – ja/nein
  • Du darfst mit anderen Männern, aber ich will anwesend sein und eingreifen können – ja/nein
  • u.v.a.

Hierzu ein paar etwas bekanntere kategorisierende Begriffe:

Das Cuckold-Paar: Die eine Person muss zusehen, wie die andere von anderen Menschen sexuell befriedigt wird. Falls dieser Begriff unbekannt ist: Der/die Cuckold zieht Lustgewinn aus der restriktiven Maßnahme. Hier hat eigentlich nur die eine Person sexuellen Kontakt zu anderen, die andere ist aber dabei und Teil des Szenarios.

Das Wifesharer-Paar: Der Mann genießt es, es macht ihn stolz, gar geil, dass seine Frau von anderen Männern (oder auch Frauen) begehrt und sexuell befriedigt wird. Das muss nicht seine Anwesenheit voraussetzen.

Polyamore Beziehungen: nicht nur Sex, auch Liebe zu anderen ist möglich. Da kann es Hauptbeziehungen und Nebenbeziehungen geben, sogar polyamore WGs, in denen mehrere Personen untereinander und miteinander Beziehungen führen.

Tatsache ist: offene Beziehungen setzen voraus, dass man gönnen kann. Sich selbst, und dem Partner. Sie setzen Genussfähigkeit voraus, denn ohne zu genießen, brauche ich auch keine anderen Mitspieler (wenn dem doch so ist, haben diejenigen recht, die ein pathologisches Geschehen dahinter vermuten). Sie setzen ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit voraus (wer bin ich, was brauche ich, was will ich, was nicht). Sie setzen voraus, Liebe und Sex voneinander trennen zu können bzw. Sex nicht von Liebe abhängig machen zu müssen und idealerweise auch unterschiedliche Arten von Liebe differenzieren zu können.

Puh. Es wäre leicht, sich hier in Begrifflichkeiten zu verstricken, da dieses Feld sehr breit ist. Bunt eben. Ich wehre mich auch gegen zu strukturierende Begriffe, die Beziehungen und Sex in Schubladen packen und dabei nicht im Geringsten abbilden können, um was es dabei eigentlich geht: Selbstverwirklichung, Spaß, Liebe, Befriedigung, Zufriedenheit.

 

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